Ein Gerichtsurteil aus Dänemark hat dem norwegischen Versicherer im zweiten Quartal einen spürbaren Dämpfer verpasst — und trotzdem lag Gjensidige über den Erwartungen der Analysten. Diese Kombination aus Belastung und Prognosesieg macht die Zahlen lesenswert.
Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen sank auf 2,12 Milliarden norwegische Kronen, nach 2,24 Milliarden im Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie fiel entsprechend auf 4,18 Kronen von 4,42 Kronen. Der Vorsteuergewinn von 2,79 Milliarden Kronen lag zwar unter dem Vorjahreswert von 2,95 Milliarden — übertraf aber die durchschnittliche Analystenschätzung von 2,56 Milliarden Kronen deutlich, sogar die höchste Einzelprognose von 2,96 Milliarden wurde fast erreicht.
Dänisches Urteil als Sonderbelastung
Grund für den Gewinnrückgang ist eine Einmalbelastung von 419,3 Millionen Kronen. Sie resultiert aus einem Urteil des dänischen Obersten Gerichts, das die Entschädigungsschwelle bei der Arbeitsunfallversicherung gesenkt hat — eine Entwicklung, die bereits mit einer Börsenmitteilung im Juni angekündigt worden war. Klammert man diesen Sondereffekt aus, zeigt sich ein deutlich anderes Bild: Das Versicherungsergebnis wäre spürbar gestiegen, getragen von anhaltendem Umsatzwachstum, verbesserten Margen und strikter Kostenkontrolle.
Die Versicherungserlöse kletterten um 7,5 Prozent auf 11,46 Milliarden Kronen. Die Combined Ratio verbesserte sich auf 78,9 Prozent und lag damit klar unter dem Konsens von 81,2 Prozent — ein Signal für striktere Kostendisziplin und bessere Schadenquoten. Die zugrunde liegende Frequenz-Schadenquote fiel auf 58,5 Prozent, weit unter der von Analysten erwarteten Marke von 63,7 Prozent.
Schwächer entwickelte sich dagegen das Kapitalanlageergebnis. Es sank auf 786,4 Millionen Kronen von 1,10 Milliarden Kronen im Vorjahr, das Nettofinanzergebnis nach Versicherungsfinanzierung fiel auf 374,1 Millionen Kronen. Die annualisierte Eigenkapitalrendite lag zum Halbjahr dennoch bei 33,3 Prozent, nach 31,3 Prozent im Vorjahreszeitraum — und damit deutlich über dem eigenen Jahresziel von mehr als 24 Prozent.
Die Solvenzquote erreichte 188,7 Prozent und bewegt sich damit am oberen Rand der selbst gesteckten Zielspanne von 140 bis 190 Prozent für 2026. Für das laufende Jahr hält der Versicherer an seinen Zielen fest: eine Combined Ratio unter 82 Prozent sowie eine Kostenquote von rund 13 Prozent.
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