Das Wochenende reichte kaum aus, um die Meldung zu verdauen. Bloomberg berichtete am Sonntag, GFL Environmental sei kurz vor einem Deal zur Übernahme von Secure Waste Infrastructure, Volumen mehr als 6 Milliarden kanadische Dollar inklusive Schulden. Montag früh kam die offizielle Bestätigung, und mit ihr der Kursrutsch: Die GFL-Aktie fiel vorbörslich um rund 2,5 Prozent.
Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei 24,75 kanadischen Dollar je Secure-Aktie. Das entspricht einem Aufschlag von 23 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der zurückliegenden 60 Handelstage. Der Gesamtunternehmenswert beläuft sich demnach auf rund 6,4 Milliarden kanadische Dollar.
80 Prozent Aktien, 20 Prozent Cash
Bezahlt wird größtenteils in GFL-Papieren. Vier Fünftel des Kaufpreises fließen als GFL-Aktien an die Secure-Aktionäre, nur ein Fünftel in bar. Wer Secure hält, bekommt also vor allem Anteile an dem Unternehmen, das dieses gerade übernimmt. Nach Abschluss würden Secure-Aktionäre rund 15 Prozent des kombinierten Konzerns halten.
Secure betreibt eine Abfallwirtschaftsplattform in Westkanada und North Dakota, verteilt auf mehr als 80 Standorte: 12 Deponien, 55 Abfallbehandlungsanlagen, 12 Recyclingbetriebe, 98 Injektionsbrunnen und fünf Umschlagstationen. Etwa drei Viertel des bereinigten EBITDA stammen aus dem klassischen Abfallgeschäft, der Rest aus Energieinfrastruktur wie Pipelines und Lagerstätten.
GFL Environmental Aktie Chart
CEO Dovigi kauft, was passt
GFL-Gründer und CEO Patrick Dovigi hat in den vergangenen sechs Jahren den Börsenwert seines Unternehmens auf rund 21 Milliarden kanadische Dollar verdreifacht, fast ausschließlich durch Zukäufe. Die Secure-Übernahme wäre eine der größten davon. Erst vor zwei Wochen hatte GFL den Kauf von Frontier Waste Solutions in Texas für rund 900 Millionen US-Dollar bekanntgegeben.
Dovigi nennt die Secure-Assets „hochkomplementär“. Die Logik ist nachvollziehbar: GFL dichtet damit sein Netz in Westkanada erheblich auf und gewinnt Zugang zu industriellen und energiebezogenen Abfallströmen, die das bisherige Kerngeschäft sinnvoll ergänzen. Kosteneinsparungen und Cross-Selling sollen folgen.
Der Markt sieht das anders
Zumindest vorerst. Ein vorbörslicher Kursrückgang von 2,5 Prozent am Tag der Bestätigung ist keine Panik, aber auch kein Vertrauensbeweis. Bei einem Deal, der zu 80 Prozent in eigenen Aktien bezahlt wird, ist das Misstrauen des Marktes gut nachvollziehbar: Wer so viel in Papieren zahlt, verwässert seine bestehenden Aktionäre. Und wer gleichzeitig in Texas und Westkanada gleichzeitig zukauft, hat viel zu integrieren.
Ob Dovigi das alles verdaut bekommt, wird sich zeigen. Bisher hat er es immer geschafft. Aber bisher war auch nicht alles auf einmal.
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