Der Düsseldorfer Verpackungskonzern Gerresheimer steckt tief in der Krise. Nun droht dem Unternehmen sogar der Rauswurf aus dem SDax. Der Grund: Die Bilanz für das Geschäftsjahr 2025 kommt deutlich später als geplant.
Bye-Bye SDax – und weitere Probleme
Eigentlich wollte der Konzern seine Zahlen bis Ende März vorlegen. Daraus wird nichts. Der Vorstand peilt jetzt erst den Juni an. Für den Börsenindex kann das ein Problem werden. Unternehmen im SDax müssen ihre geprüften Abschlüsse fristgerecht veröffentlichen. Passiert das nicht, kann der Indexbetreiber die Aktie aus dem Index werfen.
Gerresheimer Aktie Chart
Doch die Verzögerung ist nur ein Teil der Geschichte. Hinter den Kulissen laufen umfangreiche Prüfungen. Eine externe Wirtschaftsprüfungsgesellschaft untersucht mehrere Geschäftsvorgänge aus den Jahren 2024 und 2025.
Diese Untersuchungen dauern länger als erwartet. Deshalb verschiebt das Unternehmen gleich mehrere Termine. Auch die Quartalsmitteilung im April fällt aus. Die Hauptversammlung im Juni steht ebenfalls auf der Kippe.
Gerresheimer: BaFin erhöht Druck
Der Druck kommt zusätzlich von der Finanzaufsicht. Die BaFin hat ihre Untersuchungen zuletzt ausgeweitet. Prüfer fanden Hinweise auf mögliche Fehler in den Bilanzen. Im Fokus stehen sogenannte Bill-and-Hold-Geschäfte. Dabei könnten Umsätze zu früh verbucht worden sein. Auch mögliche Abschreibungen bei der Schweizer Tochter Sensile Medical geraten ins Visier.
Der neue Vorstand räumte inzwischen interne Regelverstöße ein. Mitarbeiter sollen bewusst gegen interne Vorgaben und internationale Rechnungslegungsregeln verstoßen haben.
Für Anleger ist die Lage heikel
Die Aktie von Gerresheimer steht schon lange unter Druck. Seit Herbst 2023 kennt der Kurs fast nur eine Richtung: nach unten. Jetzt kommen neue Unsicherheiten hinzu. Verzögerte Zahlen, laufende Prüfungen und ein möglicher Index-Rauswurf belasten das Vertrauen. Anleger müssen sich darauf einstellen, dass noch weitere unangenehme Überraschungen auftauchen könnten.
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