Kaum hat sich die Lage bei Gerresheimer etwas beruhigt, sorgt der Verpackungsspezialist schon wieder für Unruhe. Interim-CEO Uwe Röhrhoff hat sein Mandat auf eigenen Wunsch mit sofortiger Wirkung niedergelegt – Wochen vor dem geplanten Ende im Oktober 2026. Die Aktie verlor daraufhin im frühen Handel zeitweise rund sechs Prozent.
Zwei statt einer Führung
Statt eines einzelnen Nachfolgers übernehmen nun Finanzvorstand Wolf Lehmann und Vorstandskollege Achim Schalk gemeinsam die Aufgaben des scheidenden CEOs, bis auf Weiteres. Beide waren wie Röhrhoff erst 2025 neu ins Management eingestiegen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Axel Herberg würdigte Röhrhoffs Einsatz und betonte, das Trio habe das Unternehmen gemeinsam stabilisiert und zentrale Probleme aufgearbeitet.
Zu diesen Themen zählt vor allem der Ende Juli 2026 unterzeichnete Vertrag zum Verkauf der US-Tochter Centor sowie des globalen Geschäfts mit Primary Packaging Plastics. Die Transaktion soll die Kapital- und Finanzierungsstruktur des Konzerns verbessern und den hohen Verschuldungsgrad spürbar senken – ein zentraler Baustein im laufenden Umbau.
Warum der Abgang irritiert
Der Zeitpunkt wirft dennoch Fragen auf. Ausgerechnet vor dem als richtungsweisend geltenden Centor-Verkauf verlässt der Mann das Feld, der die vergangenen Monate maßgeblich geprägt hat. Gerresheimer hatte in dieser Zeit bereits zahlreiche Managementwechsel und mehrere Gewinnwarnungen zu verkraften – Ereignisse, die das Vertrauen der Anleger schon vor dem jüngsten Kursrücksetzer belastet hatten.
Die Doppelspitze aus Lehmann und Schalk steht damit vor der Aufgabe, den Centor-Deal ohne weitere Führungsturbulenzen über die Ziellinie zu bringen. Ob der Aufsichtsrat parallel bereits nach einer dauerhaften Lösung für die Vorstandsspitze sucht, ließ das Unternehmen bislang offen.
Gerresheimer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gerresheimer-Analyse vom 25. August liefert die Antwort:
Die neusten Gerresheimer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gerresheimer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 25. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
