Die Gerresheimer-Aktie konnte sich am Montag und Dienstag deutlich erholen, bricht am Mittwoch aber wieder so stark ein, dass sich alle Kursgewinne der Vortage in Luft auflösen. Was ist geschehen?
Immer weitere Kreise
Der Bilanzskandal bei Gerresheimer zieht immer weitere Kreise. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat ihren Prüfungsumfang deutlich ausgeweitet. Was als isoliertes Problem bei der Umsatzverbuchung in einem einzigen Geschäftsjahr begann, hat sich inzwischen auf mehrere Jahre und weitere Bilanzposition ausgedehnt.
Neben fehlerhaft verbuchten Bill-and-Hold-Vereinbarungen geht es auch um falsch deklarierte Leasing-Verbindlichkeiten in Höhe von rund 65 Millionen Euro sowie um aktivierte Entwicklungskosten im Wert von ca. 30 Millionen Euro. Um das Ausmaß der Fehlbuchungen exakt zu beziffern, wurde die renommierte Kanzlei Grant Thornton mit einer Sonderprüfung beauftragt.
Für den Spezialverpackungshersteller hat die bislang nicht erfolgte Veröffentlichung des Jahresabschlusses zwei sehr unangenehme Folgewirkungen. Zum einen droht dem Unternehmen der Rauswurf aus dem Small Cap-Index SDAX. Dieser Schritt dürfte weiteren Verkaufsdruck auf die Gerresheimer-Aktie ausüben, da Fondsmanager sich in diesem Fall von ihren Anteile trennen müssen.
Zum anderen verletzt Gerresheimer dadurch Vertragsvereinbarungen mit seinen Banken. Das Unternehmen muss nun mit seinen Kreditgebern Verhandlung zur Verlängerung von Fristen führen, um nicht eine Kündigung von Finanzierungsverträgen zu riskieren.
Akute Verbrennungsgefahr
Die Gerresheimer-Aktie bleibt vor diesem Hintergrund ein Hochrisikopapier, von dem Anleger besser die Finger lassen. Solange die Sonderprüfung der Bücher noch nicht abgeschlossen ist, besteht die Gefahr, sich hier die Finger zu verbrennen.
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