Massive Bilanzprobleme bei Gerresheimer hinterlassen weiterhin große Fragezeichen und daran dürfte sich so bald auch nichts ändern. Die Anleger trieb dies nachvollziehbarerweise kollektiv in die Flucht, ehe Ende vergangener Woche eine spontane Erholung einsetzte. Ausschlaggebend dafür waren allerdings auch nur weitere Gerüchte und Spekulationen.
Berichtet hatte die Nachrichtenagentur Reuters, dass wohl der US-Konzern Silgan Holdings Interesse an einer Übernahme haben könnte. Dafür sollen 41 Euro je Aktie gezahlt werden. Nach dem katastrophalen Absturz aus dem vergangenen Jahr würde das einem Aufschlag von über 100 Prozent verglichen mit den letzten Schlusskursen entsprechen.
Gerresheimer: Es bleiben Zweifel
Die Gerresheimer-Aktie reagierte auf die Gerüchte zwar mit grünen Vorzeichen, konnte sich allerdings nur bis knapp über die 20-Euro-Marke bewegen. Genau dort scheint das Papier sich auch in dieser Woche festzubeißen. Dass die Bullen noch nicht in völlige Euphorie verfallen, hat gute Gründe. Denn eine offizielle Ankündigung gibt es ebenso wenig wie eine Stellungnahme der beiden Unternehmen.
Gerresheimer Aktie Chart
Es lässt sich also nur darüber rätselraten, ob die Übernahme tatsächlich kommen mag. Grundsätzlich ist Gerresheimer aufgrund der niedrigen Bewertung ein hochinteressanter Übernahmekandidat. Ohne verlässliche Bilanz ist aber kaum vorstellbar, dass ein entsprechender Deal kurzfristig über die Bühne gehen könnte.
Die Zahlen entscheiden
Es kommt weiterhin darauf an, was Gerresheimer in seinen Bilanzen präsentieren wird, wann dies der Fall sein mag und wie groß der Schaden tatsächlich ausfällt. Solange es für solche Fragen nicht einmal ansatzweise Antworten gibt, ist die Aktie eine einzige Blackbox. Auf eine fulminante Erholung lässt sich freilich wetten, was allerdings auch böse nach hinten losgehen kann.
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