Ein Name taucht plötzlich mit knapp 20 Prozent bei Gerresheimer auf: Goldman Sachs. Die Investmentbank hat ihre Beteiligung deutlich aufgestockt und überschreitet damit die 10-Prozent-Marke. Am Montag meldete Goldman den Schritt den Behörden — und erklärte zugleich, es gehe nicht um Strategie, sondern um Kundenbetreuung.
Goldman hält nun 19,97 Prozent
Die genaue Aufschlüsselung: 8,79 Prozent direkte Stimmrechte, 11,18 Prozent über Finanzinstrumente. Die Bank betont, sie strebe keine Einflussnahme auf Vorstand oder Aufsichtsrat an. Ob sie weitere Anteile kauft oder verkauft, hänge von den Kundenstrategien der verbundenen Vermögensverwalter ab. In den nächsten zwölf Monaten sei beides möglich.
Ein klares Bekenntnis sieht anders aus. Dennoch wertet der Markt den Schritt zunächst positiv.
Die Aktie legte am Dienstag um über 6 Prozent zu und erreichte fast ihr Dreimonatshoch. Am Mittwoch folgte die Ernüchterung: minus 5,25 Prozent auf 26,00 Euro. Das 52-Wochen-Hoch von 50,25 Euro notiert damit in weiter Ferne. Über zwölf Monate summiert sich der Verlust auf 45,58 Prozent.
Probleme bleiben
Der Goldman-Einstieg überlagert eine schwierige Lage. Gerresheimer hat die Veröffentlichung des testierten Jahresabschlusses für 2025 auf Juni 2026 verschoben. Die Folge: ein möglicher Rauswurf aus dem SDAX. Auch der Quartalsbericht für das erste Quartal 2026 verzögert sich. Die BaFin prüft den Konzern, Medien berichten über mögliche Wertminderungen.
Die 20-Prozent-Beteiligung von Goldman ist beachtlich. Ob sie ausreicht, um das Vertrauen in Gerresheimer nachhaltig zu stärken, muss sich noch zeigen. Der Markt ist skeptisch.
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