Gerresheimer baut den Konzern radikal um. Ein massiver Spartenverkauf für 1,5 Milliarden Euro soll die Bilanz sanieren. Parallel dazu bremsen eine gestrichene Dividende und Ermittlungen der Finanzaufsicht den Kurs.
An der Börse ringt das Papier mit der psychologisch wichtigen 30-Euro-Marke. Am Freitag verabschiedete sich der Kurs bei 27,56 Euro ins Wochenende. Damit behauptet sich der Titel knapp über dem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt von 27,11 Euro.
Milliarden-Deal zur Schuldensenkung
Der Finanzinvestor Apax Partners übernimmt die US-Tochter Centor sowie das globale Kunststoffgeschäft. Gerresheimer fließen durch diesen Verkauf rund 1,5 Milliarden Euro zu. Das Management will den Erlös nutzen, um die Nettoverschuldung drastisch zu reduzieren.
Hohe Zinskosten drückten zuletzt auf die Margen. Analysten bewerten den großen Schritt unterschiedlich. Während die DZ Bank ihr Kursziel auf 30 Euro anhob, bleibt die UBS skeptisch und sieht deutliche Abwärtsrisiken.
BaFin-Prüfung belastet Governance
Die strategische Wende hat eine Kehrseite. Für das abgelaufene Jahr schlägt die Verwaltung vor, die Dividende vollständig zu streichen. Es mangelt schlicht an einem Bilanzgewinn.
Hinzu kommt juristischer Gegenwind. Die BaFin prüft derzeit die Rechnungslegung der vergangenen Jahre. Aufgrund der laufenden Verfahren soll die Entlastung ehemaliger Vorstände auf der Hauptversammlung im September 2026 vertagt werden.
Diese Unsicherheit wirkt als Bremsklotz. Erst ein nachhaltiger Sprung über die Hürde bei 30 Euro würde charttechnisch den Weg in Richtung 34 Euro ebnen. Klarheit über die BaFin-Sonderprüfung dürfte erst im Rahmen der Aktionärsversammlung im September folgen.
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