Nach einem schwachen Jahresauftakt zeigt Gerresheimer im zweiten Quartal erste Erholungsspuren. Die Anleger honorieren das deutlich, obwohl die Vorjahreswerte weiter außer Reichweite bleiben. Im Xetra-Handel legte die Aktie zeitweise gut sieben Prozent auf 29,46 Euro zu.
Besser als im ersten Quartal, schwächer als 2025
Der Umsatz lag nach vorläufigen Zahlen bei 578 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal waren es auf angepasster Basis noch 614 Millionen. Das bereinigte EBITDA sank von 126 auf 102 Millionen Euro, die Marge betrug 17,6 Prozent.
Gegenüber dem ersten Quartal legten Umsatz und operativer Gewinn jedoch zu. Genau diese Sequenz dürfte die Erleichterung am Markt erklären.
Nur ein Segment wächst
Getragen wird die Erholung vom Bereich Containment & Delivery Systems. Dort stiegen Umsatz und Gewinn leicht, die bereinigte EBITDA-Marge erreichte 23,9 Prozent. Der Bereich umfasst unter anderem Drug Delivery Devices.
Schwächer läuft es bei Primary Injectable Solutions, wo Umsatz und operativer Gewinn deutlich schrumpften. Die Marge fiel auf 9,7 Prozent. Moulded Glass meldete ebenfalls einen leichten Rückgang bei Umsatz und Gewinn, mit einer Marge von 14,9 Prozent.
Verkäufe sollen die Bilanz entlasten
Der im Juli angekündigte Verkauf von zwei Sparten kommt voran. Den Vollzug des Centor-Verkaufs erwartet das Unternehmen kurzfristig. Primary Packaging Plastics soll im ersten Halbjahr 2027 folgen.
Die Mittelzuflüsse will Gerresheimer nutzen, um die Kapital- und Finanzierungsstruktur zu verbessern und den Verschuldungsgrad zu senken. Weiterhin setzt der Konzern auf ein stärkeres zweites Halbjahr.
Die vollständigen Halbjahreszahlen will Gerresheimer voraussichtlich Ende November vorlegen. Dann liegen auch die Details zu den Segmenten und zur Verschuldung vor.
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