Gerresheimer Aktie: 320 Millionen Euro Nettoverlust 2025

Gerresheimer rutscht nach hohen Abschreibungen in die Verlustzone und streicht die Dividende. Der Aktienkurs steigt trotz der Hiobsbotschaften.

Auf einen Blick:
  • Nettoverlust von 320 Millionen Euro
  • Dividendenzahlung für 2025 gestrichen
  • Umsatzprognose für 2026 gesenkt
  • Verkauf der US-Tochter Centor geplant

Der Pharmazulieferer Gerresheimer hat einen turbulenten Jahresabschluss vorgelegt. Das Unternehmen schreibt tiefrote Zahlen und streicht die Dividende. Die Aktie reagiert dennoch mit einem kräftigen Plus.

Der testierte Jahresabschluss 2025 zeigt ein Desaster: 320,3 Millionen Euro Nettoverlust. Im Vorjahr hatten die Düsseldorfer noch 82,3 Millionen Euro verdient. Zwei Posten haben das Ergebnis massiv belastet. Abschreibungen von 521,5 Millionen Euro. Restrukturierungskosten von 71,8 Millionen Euro. Die Dividende fällt komplett aus.

Das Management hat gleichzeitig den Ausblick für 2026 gesenkt. Der Umsatz soll nur noch in der unteren Hälfte der bisherigen Spanne von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro landen. Die bereinigte EBITDA-Marge kappt der Vorstand von 18 bis 19 Prozent auf 17 bis 18 Prozent. Hinzu kommt ein negativer Free Cashflow zwischen 50 und 100 Millionen Euro.

Verkauf und Refinanzierung geplant

Gerresheimer reagiert mit drastischen Schritten auf die Schieflage. Die US-Tochter Centor Inc. steht zum Verkauf. Der Abschluss der Transaktion soll noch im laufenden Geschäftsjahr gelingen. Parallel dazu hat das Unternehmen Lazard als Berater für eine geplante Refinanzierung von Verbindlichkeiten mandatiert.

Die Hauptversammlung ist für den 1. September 2026 terminiert. Bereits am heutigen Montag informierte der Vorstand in einer Telefonkonferenz über die Hintergründe der Prognoseanpassung.

Kurs trotz Verlusten im Plus

Der Markt reagiert verhalten optimistisch. Die Aktie steigt um 5,25 Prozent auf 27,28 Euro. Das Papier notiert damit knapp über dem 200-Tage-Durchschnitt von 24,84 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 50,25 Euro aus dem Juli 2025 bleibt das Papier allerdings weit entfernt. Der Abstand beträgt 45,71 Prozent.

Der jüngste Tiefststand war der 26. Februar 2026 mit 14,90 Euro. Seitdem hat sich der Kurs immerhin erholt – aktuell liegt er 83 Prozent über diesem Wert. Die Frage ist nun, ob die angekündigten Maßnahmen ausreichen, um das Unternehmen dauerhaft zu stabilisieren. Der Verkauf von Centor und die Refinanzierung dürften dafür entscheidend sein.

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