Gerresheimer löst mit einem Paukenschlag seine drängendsten finanziellen Probleme. Der Konzern verkauft große Teile seines Kunststoffgeschäfts für eine Milliardensumme an den Investor Apax Partners. Diese Nachricht löst an der Börse eine kräftige Erleichterungswelle aus.
Radikaler Umbau senkt Schuldenlast
Der Verkauf umfasst die US-Tochter Centor sowie das weltweite Geschäft mit Primärverpackungen aus Kunststoff. Insgesamt wechseln 16 Produktionsstandorte und rund 2.400 Mitarbeitende den Besitzer. Mit dem Erlös von 1,5 Milliarden Euro will das Management die Bilanz sanieren.
Zuletzt lastete der hohe Verschuldungsgrad schwer auf dem Unternehmen. Kreditgeber verlängerten wichtige Linien nur unter strengen Auflagen. Der nun vereinbarte Mittelzufluss sichert die unternehmerische Handlungsfähigkeit des Verpackungsspezialisten ab.
Analysten korrigieren ihre Urteile
Analysten bewerten die Lage nun deutlich optimistischer. Die DZ Bank strich ihre Verkaufsempfehlung und stuft das Papier auf „Halten“ hoch. Den fairen Wert sieht Experte Sven Kürten nun bei 30,00 Euro.
JPMorgan hält an der Einstufung „Overweight“ fest und nennt ein Kursziel von 46,00 Euro. Die Experten gehen davon aus, dass die Transaktion die Verschuldung fast vollständig bereinigt. Bernstein Research hebt die finanzielle Flexibilität hervor, belässt die Einstufung aber bei „Market-Perform“.
Fokus auf den Zeitplan
Anleger quittieren den Umbau mit einem Kurssprung von 8,78 Prozent auf 29,00 Euro. Das Papier entfernt sich damit deutlich von seinem Jahrestief bei 14,90 Euro. Trotz der Erholung notiert der Wert auf Jahressicht noch immer tief im Minus.
Die Transaktion erfolgt in zwei Schritten. Der Verkauf der Tochter Centor soll bis Ende des Geschäftsjahres 2026 abgeschlossen sein. Für das globale Kunststoffgeschäft plant das Unternehmen den Vollzug im ersten Halbjahr 2027. Neue Details zur Strategie nach dem Teilverkauf liefert voraussichtlich die Hauptversammlung im September 2026.
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