Gleich zwei Datensätze zu Petosemtamab hat Genmab auf dem europäischen Krebskongress ESMO in Madrid vorgelegt. Bei Kopf-Hals-Tumoren und bei Darmkrebs fallen die Ansprechraten hoch aus. Die Aktie legte in Kopenhagen zeitweise um bis zu 13 Prozent zu.
Kopf-Hals-Krebs: Überleben über zwei Jahre
Im Mittelpunkt steht die Kombination des bispezifischen Antikörpers mit Pembrolizumab in der Erstlinie bei PD-L1-positivem, rezidiviertem oder metastasiertem Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich. Das mediane Gesamtüberleben lag bei 28,2 Monaten. Üblich sind in dieser Situation nach Unternehmensangaben etwa 10 bis 12 Monate.
Die Ansprechrate betrug 63 Prozent, 19 Prozent der auswertbaren Patienten erreichten eine komplette Remission. Das mediane progressionsfreie Überleben kam auf 9,0 Monate.
Die Daten stammen aus einer Phase-2-Studie mit 43 auswertbaren Patienten. Das Ansprechen hielt bei vielen an: Von den Respondern zeigten schätzungsweise 55 Prozent nach 24 Monaten weiterhin eine Wirkung.
Auffällig ist zudem die Breite. Die Wirkung zeigte sich bei HPV-positiver wie HPV-negativer Erkrankung. Zur Verträglichkeit: Häufig traten Hautreaktionen wie Ausschlag und Müdigkeit auf, schwere Ereignisse blieben die Ausnahme. Todesfälle durch die Behandlung wurden nicht gemeldet.
Eine Phase-3-Studie in dieser Indikation läuft bereits, erste Topline-Daten erwartet Genmab noch in diesem Jahr. Kleine Phase-2-Kohorten ohne Vergleichsarm sind allerdings kein Beleg für den Nutzen im Zulassungsverfahren, daher kommt dieser Studie besondere Bedeutung zu.
Darmkrebs: Drei von vier sprechen an
Auch beim kolorektalen Karzinom fielen die Zahlen stark aus. In Kombination mit Chemotherapie schrumpfte der Tumor bei 75 Prozent der unbehandelten Patienten in der Erstlinie. In der Zweitlinie waren es 67 Prozent. Bei linksseitigen Tumoren in der Erstlinie lag die Rate sogar bei 81 Prozent.
Die Daten umfassen 79 Patienten, die Nachbeobachtung war mit rund sechs bis sieben Monaten noch kurz. Nebenwirkungen führten nur selten zum Therapieabbruch. Ein Teil der anfangs unbestätigten Ansprechen wurde später bestätigt.
Genmab sieht darin eine solide Grundlage für die laufenden Phase-3-Studien in beiden Therapielinien. Am Samstag kam eine Kooperation mit Incyte hinzu: Genmab testet Petosemtamab mit dem KRAS-G12D-Hemmer des Partners plus Chemotherapie bei entsprechend mutiertem Darmkrebs. Incyte beteiligt sich an der Finanzierung.
Rina-S gibt zusätzlichen Rückenwind
Die Kursbewegung speist sich nicht allein aus Petosemtamab. Am Freitag hatte Genmab positive Phase-3-Daten zu Rina-S bei platinresistentem Eierstockkrebs gemeldet. Primärer Endpunkt und Gesamtüberleben wurden erreicht, das Risiko für Fortschreiten oder Tod sank im Vergleich zur Chemotherapie um bis zu 71 Prozent. Die Daten will der Konzern mit Behörden weltweit besprechen.
Am Mittwoch, 28. Oktober, lädt Genmab um 17:00 Uhr MEZ zu einem Investoren-Update ein. Dort dürfte das Management die weiteren Studienschritte für beide Wirkstoffe konkretisieren.
Genmab-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Genmab-Analyse vom 26. Oktober liefert die Antwort:
Die neusten Genmab-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Genmab-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Oktober erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
