Der US-Lebensmittelkonzern General Mills zieht trotz eines herausfordernden Marktumfelds verstärkt das Interesse großer institutioneller Investoren auf sich.
Während die Aktie seit Jahresbeginn einen Wertverlust von 14 % verzeichnet, haben namhafte Vermögensverwalter ihre Positionen im Unternehmen massiv ausgebaut oder sind neu eingestiegen. Diese Entwicklung vollzieht sich vor dem Hintergrund einer strategischen Neuausrichtung des Portfolios und ambitionierter Sparziele.
BlackRock und Mirae Asset erhöhen Anteile deutlich
Mitte August wurde durch Pflichtmitteilungen bekannt, dass der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock eine neue, bedeutende Position bei General Mills aufgebaut hat. Der Finanzdienstleister erwarb demnach im zweiten Quartal über 62,6 Millionen Aktien, was einem Marktwert von rund 2,18 Milliarden US-Dollar entspricht. Parallel dazu stockte Mirae Asset Global Investments seine Beteiligung um 17,7 % auf nunmehr über 574.000 Anteile auf.
Auch Advisors Capital Management meldete einen Neueinstieg mit einem Volumen von etwa 4,45 Millionen US-Dollar. Diese Zuflüsse durch Großinvestoren stehen im Kontrast zur bisherigen Jahresentwicklung, in der das Papier unter dem vorsichtigen Konsumverhalten im Einzelhandel litt. Der Kurs verzeichnete am gestrigen Freitag zwar eine leichte Erholung um 1,1 %, notiert jedoch weiterhin mit einem Abstand von 22 % zum 52-Wochen-Hoch.
Strategischer Umbau und Effizienzprogramm
Um die Profitabilität zu sichern, treibt das Management unter CEO Jeff Harmening den Umbau des Konzerns voran. Ein zentraler Baustein ist das langfristige Kosteneinsparprogramm, das bis zum Geschäftsjahr 2030 kumulierte Einsparungen von drei Milliarden US-Dollar vorsieht. Allein für das laufende Geschäftsjahr 2027 plant das Unternehmen, die Kosten um mindestens 750 Millionen US-Dollar zu senken.
Flankiert wird diese Strategie durch eine aktive Gestaltung des Produktportfolios. Nach der Veräußerung des Joghurtgeschäfts in den USA steht derzeit der Verkauf der brasilianischen Aktivitäten an Três Corações Alimentos S.A. aus.
Um diesen Prozess zu unterstützen, hat das Unternehmen eine spezialisierte Stelle für M&A-Rechtsberatung ausgeschrieben. Diese personelle Maßnahme unterstreicht die Absicht, durch gezielte Desinvestitionen und Zukäufe die operative Marge zu stärken, nachdem das abgelaufene Geschäftsjahr 2026 einen währungsbereinigten Gewinnrückgang von 16 % aufgewiesen hatte.
Vergütungsstruktur und kommende Termine
Zusätzliche Details zur Unternehmensführung lieferte die Veröffentlichung der jährlichen Stimmrechtsunterlagen. Daraus geht hervor, dass die Gesamtvergütung von CEO Jeff Harmening für das Geschäftsjahr 2026 auf rund 14,02 Millionen US-Dollar gestiegen ist, was einem Zuwachs von knapp 11 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Das Management bereitet sich nun darauf vor, die strategischen Fortschritte auf der Barclays Global Consumer Staples Conference am 8. September zu präsentieren.
Analysten betrachten die kurzfristige Entwicklung des Titels derzeit skeptisch. Ein Konsens von 22 Experten stuft die Aktie laut Medienberichten mehrheitlich mit „Reduce“ ein, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 39,16 US-Dollar liegt.
Die nächste Gelegenheit für Aktionäre, direkt mit der Führungsebene in Dialog zu treten, bietet sich auf der ordentlichen Hauptversammlung, die für den 29. September angesetzt ist. Für das Geschäftsjahr 2027 orientiert sich der Konzern weiterhin an einem bereinigten verwässerten Gewinn je Aktie in einer Spanne von 3,00 bis 3,20 US-Dollar.
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