General Mills-Aktie: Das ist der Börse Jacke wie Hose!

Der Lebensmittelkonzern übertrifft seine Umweltziele deutlich, doch die Aktie notiert nahe einem Jahrestief aufgrund schrumpfender Gewinnerwartungen und hoher Verschuldung.

Auf einen Blick:
  • Direkte Emissionen seit 2020 mehr als halbiert
  • Alle Produktionsstätten arbeiten nun abfallfrei
  • Gewinnerwartungen für kommendes Jahr um 35% gesunken
  • Hoffnung ruht auf Umsatzsprung im vierten Quartal

General Mills präsentiert sich als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Der Lebensmittelkonzern erreicht seine Umweltziele teilweise Jahre im Voraus. An der Börse verpufft diese Botschaft völlig. Die Aktie notiert nahe ihrem 52-Wochen-Tief und spiegelt die tiefe Skepsis der Investoren wider.

Der 56. Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens liest sich wie eine Erfolgsgeschichte. General Mills senkte die direkten Emissionen im Vergleich zu 2020 um mehr als die Hälfte. Parallel dazu meldet das Management Vollzug bei einem Langzeitprojekt. Sämtliche eigenen Produktionsstätten arbeiten nun abfallfrei und recyceln oder verwerten ihren gesamten Müll.

Auch in der Lieferkette geht es voran. Über 800.000 Hektar Landwirtschaftsfläche bewirtschaften Partner mittlerweile nach regenerativen Standards. Das entspricht drei Vierteln des Ziels für das laufende Jahrzehnt. Bei den Zutaten liefert der Konzern ebenfalls schneller als geplant. Schulessen in den USA kommen ab sofort ohne künstliche Farbstoffe aus.

General Mills Aktie Chart

Analysten bemängeln schwaches Wachstum

Die Wall Street ignoriert diese operativen Fortschritte weitgehend. Analysten blicken stattdessen auf die trüben Finanzkennzahlen. Die Investmentbank BTIG startete die Bewertung der Papiere kürzlich mit „Neutral“ und verzichtete auf ein Kursziel. Die Experten verweisen auf eine hohe Verschuldung und schrumpfende Wachstumsperspektiven.

Seit Frühjahr 2024 sind die Gewinnerwartungen des Marktes für das kommende Geschäftsjahr massiv eingebrochen. Konkret sanken die Schätzungen um rund 35 Prozent. Entsprechend verlor die Aktie seit Januar gut ein Fünftel an Wert. Wells Fargo reduzierte im April ebenfalls das Kursziel und verwies auf anhaltenden Druck durch Rohstoffkosten.

Hoffen auf das vierte Quartal

Operativ ruhen die Hoffnungen nun auf dem Jahresendspurt. CEO Jeff Harmening bestätigte nach dem dritten Quartal die bestehende Jahresprognose. Das Management rechnet für das vierte Quartal mit einem spürbaren Umsatzsprung und der Rückkehr zu Gewinnwachstum. Rückenwind sollen dabei Marktanteilsgewinne und eine vorteilhafte Kalenderkonstellation mit einer zusätzlichen Verkaufswoche liefern.

Ob die grüne Erzählung des Nachhaltigkeitsberichts bei institutionellen Investoren verfängt, hängt direkt an diesen operativen Zielen. Verfehlt General Mills die prognostizierte Trendwende im vierten Quartal, dürften auch die besten Umweltkennzahlen den Abwärtstrend der Aktie kaum stoppen.

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