Der US-Lebensmittelriese General Mills steht an mehreren Fronten unter Druck. Während die jüngsten Quartalszahlen die Erwartungen übertrafen, trüben regulatorische Hürden und neue Abnehm-Trends die langfristigen Aussichten. Das Management reagiert nun mit einem massiven Effizienzprogramm.
Ein prominenter Großinvestor zieht sich teilweise zurück. Die Sumitomo Mitsui Trust Group reduzierte ihren Anteil im ersten Quartal 2026 um 4,6 Prozent. Damit hält die Gruppe noch rund 1,46 Millionen Anteile an dem Konzern. An der Börse notiert die Aktie aktuell bei 31,98 Euro — ein leichtes Plus von 0,38 Prozent am Montag.
Rekord-Sparziel gegen schwache Prognosen
Operativ lieferte General Mills zuletzt ab. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stieg der bereinigte Gewinn je Aktie auf 0,95 US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit lediglich 0,80 US-Dollar gerechnet. Der Umsatz kletterte in diesem Zeitraum leicht auf 4,61 Milliarden Dollar.
Die Aussichten für 2027 fallen allerdings verhalten aus. Der Vorstand erwartet beim organischen Umsatz eine Entwicklung zwischen minus 1,5 und plus 0,5 Prozent. Der operative Gewinn könnte im gleichen Schritt zweistellig einbrechen.
CEO Jeff Harmening setzt daher auf drastische Kostensenkungen. Das Ziel für das kommende Jahr liegt bei 750 Millionen Dollar. Bis 2030 soll die Summe auf kumuliert drei Milliarden Dollar anwachsen.
Regulatorik und neue Essgewohnheiten
Neue politische Vorgaben belasten das Portfolio. In 23 US-Bundesstaaten gelten 2026 Beschränkungen für hochverarbeitete Lebensmittel innerhalb des staatlichen SNAP-Programms. Experten kalkulieren branchenweit mit Umsatzeinbußen von etwa 830 Millionen Dollar.
Parallel dazu verändert der Siegeszug der GLP-1-Abnehmmedikamente das Konsumverhalten. Da etwa jeder achte US-Erwachsene diese Präparate nutzt, sinkt die Nachfrage nach klassischen Snacks. Bis 2030 drohen der Branche dadurch Einnahmeverluste von bis zu 55 Milliarden Dollar. General Mills entfernt als Reaktion bereits künstliche Farbstoffe aus vielen Produkten.
Anleger blicken nun auf die Umsetzung des Milliarden-Sparprogramms. Die Dividendenrendite von rund 6,7 Prozent stützt den Kurs vorerst ab. Ein technischer Trendwechsel ist erst bei einer Rückkehr über den 200-Tage-Durchschnitt von 42,34 Euro wahrscheinlich.
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