Der US-Lebensmittelkonzern General Mills forciert seine strategische Neuausrichtung in einem herausfordernden Marktumfeld. Am Montag schloss das Unternehmen die Auszahlung der jüngsten Quartalsdividende in Höhe von 0,61 US-Dollar pro Aktie ab. Zeitgleich rückt die operative Effizienz in den Fokus: Eine umfassende Umgestaltung der Lieferkette soll Teil eines Milliarden-Sparprogramms sein, während das Management mit einer neuen Marketingkampagne rund um die Basketball-Legende Shaquille O’Neal versucht, die Konsumnachfrage zu beleben.
Transformation der Lieferkette und Kostensenkungsziele
Wie COO Dana McNabb am 13. Juli bekannt gab, leitet General Mills eine tiefgreifende Überholung seiner Lieferketten ein. Diese Maßnahme ist das Kernstück einer Initiative, die bis zum Ende des Geschäftsjahres 2030 kumulierte Kosteneinsparungen von insgesamt 3 Milliarden US-Dollar realisieren soll. Für das laufende Geschäftsjahr 2027 plant das Unternehmen bereits mit Einsparungen in Höhe von 750 Millionen US-Dollar. Ziel der Umstrukturierung sei es, die Innovationsgeschwindigkeit zu erhöhen und die Flexibilität bei Verpackungsprozessen deutlich zu steigern.
Diese interne Straffung folgt auf eine Phase des Portfolioumbaus. Bereits im Juni einigte sich der Konzern auf den Verkauf seiner Häagen-Dazs-Filialen in Festlandchina an eine Investorengruppe. Zudem belasteten im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 nicht zahlungswirksame Wertminderungen in Höhe von insgesamt 2,8 Milliarden US-Dollar die Bilanz. Davon entfällt allein 1 Milliarde US-Dollar auf Verluste im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Geschäfts in Brasilien.
Bilanzielle Lichtblicke und verhaltener Ausblick
Trotz der hohen Einmalbelastungen lieferte das Unternehmen im operativen Geschäft zuletzt gemischte Signale. Im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erreichte General Mills ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,95 US-Dollar und übertraf damit die Schätzungen der Analysten von 0,80 US-Dollar. Der Nettoumsatz für das Gesamtjahr sank hingegen um 5 Prozent auf 18,4 Milliarden US-Dollar.
An der Börse spiegeln sich die Unsicherheiten deutlich wider. Der gestrige Handelstag endete für die Aktie mit einem Schlusskurs von 31,08 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnete der Wert damit einen Rückgang von 22,42 Prozent. Mit einem Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt von -11,22 Prozent zeigt das Papier weiterhin eine technische Schwächephase. Für das Geschäftsjahr 2027 gab sich das Management vorsichtig: Der bereinigte Betriebsgewinn soll voraussichtlich um 8 bis 13 Prozent sinken, während beim organischen Nettoumsatz lediglich eine Spanne zwischen einem Rückgang von 1,5 Prozent und einem minimalen Zuwachs von 0,5 Prozent erwartet wird.
Analysten und Investoren reagieren vorsichtig
Die gedämpften Zukunftsaussichten führten bereits zu Anpassungen bei den institutionellen Bewertungen. Am 25. Juli senkte Analyst Georgy Vashchenko vom Analysehaus Freedom Broker das Kursziel für General Mills drastisch von 70,00 auf 42,00 US-Dollar, behielt die Einstufung jedoch bei „Hold“. Auch auf der Kapitalseite gab es Bewegungen: Medienberichten zufolge reduzierte die Manufacturers Life Insurance Company ihre Beteiligung im ersten Quartal um 10,0 Prozent auf nunmehr 292.903 Aktien.
Für die Aktionäre stehen nun wichtige Termine an. Am Montag wurde der Stichtag für die Stimmberechtigung zur kommenden virtuellen Hauptversammlung am 29. September erreicht. Auf der Agenda stehen unter anderem Satzungsänderungen, die einen erweiterten Haftungsschutz für bestimmte Führungskräfte sowie formale Anforderungen für Klagen nach dem Securities Act vorsehen. Parallel dazu versucht das Unternehmen mit der gestern gestarteten nationalen Kampagne „America’s Biggest Cereal Fans“, die Markenpräsenz durch exklusive Fan-Artikel und Preise zu stärken.
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