Wall Street entdeckt bei Generac eine neue Erzählung. Piper Sandler nimmt die Aktie mit „Overweight“ und einem Kursziel von 303 Dollar in die Bewertung auf, KeyBanc hebt von „Sector Weight“ auf „Overweight“ und setzt 280 Dollar an. Die Aktie legte im frühen Handel um rund 2,5 Prozent zu.
Vier Milliarden Dollar Auftragsbestand
Piper-Analystin Dimple Gosai verweist auf einen Rechenzentrums-Auftragsbestand von etwa 4 Milliarden Dollar, der in weniger als einem Jahr aufgelaufen ist. Der Markt behandle das als Einmaleffekt, nicht als mehrjährigen Trend. Zwei Hyperscaler haben Produkt und Lieferkette des Unternehmens bereits freigegeben.
Die Bewertung wirkt daneben moderat. Auf Basis der Konsensschätzungen für 2028 liegt das Verhältnis von Unternehmenswert zu EBITDA bei rund 9,3. Das ist nahe an Wohnbau-Konkurrenten und etwa sechs Punkte unter Anbietern für Gewerbe und Industrie.
Das Fundament bildet der Vertrag mit Amazon über bis zu 8 Milliarden Dollar auf sieben Jahre. KeyBanc-Analyst Jeffrey Hammond hebt hervor, dass bis 2028 rund 2,4 Milliarden Dollar enthalten sind, abgesichert durch eine hälftige Take-or-pay-Struktur. Das Management peilt bis 2028 einen Rechenzentrumsumsatz von 3,0 bis 3,2 Milliarden Dollar an.
Die eigentliche Debatte dreht sich laut KeyBanc weniger um die Nachfrage als um den Kapazitätsaufbau bei Motoren, Generatoren und Kühlung. Das Management zeigt sich zuversichtlich, auch mit Partnern wie Baudouin/Weichai.
Wohnbaugeschäft als Stütze
Das klassische Heimgeschäft bleibt wichtig. Nur 6,75 Prozent der adressierbaren Haushalte besitzen ein Standby-Aggregat, in den fünf stärksten Bundesstaaten sind es etwa 20 Prozent. Gosai erwartet, dass der Wohnbauanteil am EBITDA von rund 75 Prozent im Jahr 2025 auf etwa 50 Prozent im Jahr 2030 sinkt. Das würde die Ergebnisse weniger abhängig von Sturmsaisons machen.
Analystenbild nicht einheitlich
Nicht alle Häuser sind gleich optimistisch. UBS bestätigt „Buy“ mit 340 Dollar, Stifel hebt auf 290 Dollar. Cantor Fitzgerald senkte dagegen auf 297 Dollar und verwies auf Bewertungsrückgänge im Sektor, Jefferies auf 279 Dollar wegen Umsetzungsrisiken. Die Spanne der Ziele reicht damit von 279 bis 340 Dollar.
Die Aktie schloss zuletzt bei 221,34 Dollar und liegt seit Jahresbeginn etwa 62 Prozent im Plus. Zuletzt verkaufte Norman Taffe, Präsident von Generac Home, im Rahmen eines vorab aufgesetzten Handelsplans 550 Aktien für rund 119.000 Dollar. Ein Signal ist das kaum. Den nächsten Belastungstest liefert der geplante Kapazitätsaufbau: Ab dem dritten Quartal 2027 greifen die Quartalsabnahmen aus dem Amazon-Vertrag.
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