Auf den ersten Blick sieht das Quartalsergebnis von Geely Automobile nach einer Enttäuschung aus. Nettogewinn minus 27 Prozent, von 5,67 auf 4,17 Milliarden Yuan. Das ist halt die Zahl, die in den Schlagzeilen landet, und das ist auch die Zahl, die Anleger nervös macht.
Der Haken steckt im Wechselkurs
Wer aber den Hongkonger Bericht aufschlägt, findet eine andere Geschichte. Der sogenannte Kerngewinn, also der Profit bereinigt um Währungseffekte und Wertminderungen auf nicht-finanzielle Vermögenswerte, stieg um 31 Prozent auf 4,56 Milliarden Yuan. Im Vorjahreszeitraum hatte Geely von einem massiven Devisenbuchgewinn profitiert, rund 3 Milliarden Yuan. Dieses Jahr drehte der Effekt ins Negative, knapp 500 Millionen Yuan Verlust. Das operative Geschäft läuft demnach besser als je zuvor, der Rückgang im ausgewiesenen Gewinn ist buchhalterisches Rauschen.
Umsatz wächst schneller als der Absatz
709.358 ausgelieferte Fahrzeuge im ersten Quartal, ein Rekord. Das Wachstum gegenüber dem Vorjahr fiel mit einem Prozent zwar mager aus, doch der Umsatz legte um 15 Prozent auf 83,78 Milliarden Yuan zu. Das bedeutet: Geely verkauft nicht nur mehr, sondern vor allem teurere Autos. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben kletterten dabei auf 4,56 Milliarden Yuan, gut 37 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist kein Zeichen eines Unternehmens, das auf Sparflamme läuft.
Geely Automobile Holdings Limited Aktie Chart
NEVs und Ausland als Wachstumsmotor
369.059 Elektro- und Hybridfahrzeuge wurden ausgeliefert, mehr als die Hälfte aller Verkäufe. Das ist ein symbolischer Wendepunkt. Noch auffälliger allerdings: die Auslandszahlen. 203.024 Einheiten gingen ins Ausland, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Geely ist nicht mehr nur ein chinesischer Hersteller, der gelegentlich exportiert. Das internationale Geschäft ist inzwischen ein echter Pfeiler der Gruppe.
Geely oder die Kunst der richtigen Kennzahl
Natürlich bleibt das Währungsrisiko real. Wer global verkauft, bekommt globale Wechselkursschwankungen. Doch wer Geelys Quartal allein am ausgewiesenen Gewinn misst, liest den Bericht falsch. Kerngewinn plus 31 Prozent, Umsatz plus 15 Prozent, Auslandsabsatz plus 100 Prozent. Manchmal steckt die eigentliche Nachricht eben in der Fußnote.
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