4,8 Milliarden Dollar Free Cash Flow. In einem einzigen Quartal. Mehr als im gesamten Geschäftsjahr 2025. Das ist die Zahl, die man sich bei GE Vernova merken sollte, wenn man die Q1-Zahlen vom 22. April einordnen will.
Orders explodieren, Backlog wächst um 13 Milliarden
Die Auftragslage ist schlicht außergewöhnlich. Orders von 18,3 Milliarden Dollar, organisch plus 71 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit Wachstum in allen drei Segmenten. Der Backlog wuchs allein im Quartal um 13 Milliarden Dollar sequenziell, inklusive 5 Milliarden aus der Prolec-GE-Akquisition, und steht nun bei insgesamt 163 Milliarden Dollar. Das Segment Electrification buchte dabei 2,4 Milliarden Dollar an Ausrüstungsaufträgen für Rechenzentren, mehr als im gesamten Vorjahr zusammen.
CEO Scott Strazik formulierte es so: „Die Nachfrage nach unseren Power- und Electrification-Lösungen beschleunigt sich, unser Backlog ist im Quartal um mehr als 13 Milliarden Dollar gewachsen.“ Wenig überraschend, denn der Gas-Power-Backlog und die Slot-Reservierungsvereinbarungen wuchsen von 83 auf 100 Gigawatt. GE Vernova erwartet nun, bis Ende 2026 mindestens 110 Gigawatt zu erreichen.
Electrification zieht, Wind blutet
Das Bild ist nicht überall rosig. Das Segment Electrification lieferte eine EBITDA-Marge von 17,8 Prozent, plus 670 Basispunkte, getrieben von Transformatoren, Schaltanlagen und Hochspannungslösungen. Power kam auf 16,3 Prozent EBITDA-Marge, ebenfalls kräftig verbessert.
Wind hingegen verlor. Umsatz minus 23 Prozent, EBITDA-Verlust von 382 Millionen Dollar, Marge bei minus 26,7 Prozent. Zölle, schwache Onshore-Lieferungen wegen dünner Auftragslage in der ersten Jahreshälfte 2025, dazu höhere Verluste bei Offshore-Projekten. Das ist der Haken im ansonsten starken Quartal, und GE Vernova rechnet für das Gesamtjahr mit rund 400 Millionen Dollar EBITDA-Verlusten im Wind-Segment.
GE Vernova Inc. Aktie Chart
Guidance rauf, und zwar deutlich
Trotz Wind hebt GE Vernova die Jahresprognose an. Umsatz nun 44,5 bis 45,5 Milliarden Dollar, vorher 44 bis 45 Milliarden. Die bereinigte EBITDA-Marge soll auf 12 bis 14 Prozent steigen, nach zuvor 11 bis 13 Prozent. Und der Free Cash Flow: 6,5 bis 7,5 Milliarden Dollar, nach zuvor 5,0 bis 5,5 Milliarden. CFO Ken Parks sprach von „starker Geschäftsdynamik“ und einem Kassenbestand von 10,2 Milliarden Dollar nach Prolec-GE-Kauf und 1,4 Milliarden Dollar Kapitalrückführung an Aktionäre.
Der GAAP-EPS von 17,44 Dollar schlug den Konsens um satte 15,44 Dollar, allerdings stecken darin 4,5 Milliarden Dollar Vorsteuererträge aus dem Prolec-GE-Deal. Das bereinigte Bild ist nüchterner, aber auch das adjusted EBITDA verdoppelte sich fast auf 896 Millionen Dollar. 110 Gigawatt bis Jahresende, 163 Milliarden Backlog, Free Cash Flow mehr als vervierfacht. Wer hier noch den Haken sucht, beschwert sich auch über schönes Wetter.
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