Manchmal reicht eine einzige Meldung, um alles zu sagen. GameStop hat am Montag bekanntgegeben, ausstehende Wandelanleihen im Volumen von rund 1,4 Milliarden Dollar gegen Class-A-Aktien zu tauschen, ohne Bargeld, ohne Aufpreis, einfach so. Die Aktie fiel daraufhin um gut 13 Prozent. Wer das überraschend findet, hat die Mechanik wohl nicht ganz durchdacht.
Was da genau getauscht wird
Es handelt sich um vorrangige Wandelanleihen mit 0% Kupon, Fälligkeit 2030 und 2032. Der Tausch läuft ohne Kapitalzufluss, sprich: GameStop bekommt kein frisches Geld. Stattdessen werden neue Aktien ausgegeben, die bestehenden Anteilseigner werden verwässert. Das ist im Kern die Botschaft, und der Markt hat sie sofort verstanden.
Verwässerung pur
1,4 Milliarden Dollar an Schulden verschwinden aus der Bilanz, das klingt nach Entlastung. Doch der Preis dafür ist eine Flut neuer Aktien, die auf den Markt kommt. Für Bestandsaktionäre bedeutet das: ihr Anteil am Unternehmen schrumpft, ohne dass das Unternehmen selbst größer oder profitabler wird. Das ist kein Turnaround-Signal, das ist Bilanzpflege auf Kosten der Aktionäre.
Minus 12, minus 14, minus 16
Gestern minus 12,3 Prozent. In den letzten sieben Tagen minus 14 Prozent. Im letzten Monat minus 16,5 Prozent. Die Wandelanleihen-Meldung hat den Abwärtstrend nicht ausgelöst, sie hat ihn beschleunigt. Nächste Zahlen kommen erst am 2. November, bis dahin ist viel Platz für weitere Ernüchterung. Wer auf eine Wiederholung von 2021 hofft, wartet auf etwas, das es so vermutlich nicht mehr geben wird.
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