Fujikura-Aktie: US-Werk bis 2030, aber Kurs schwächelt!

Fujikura plant US-Produktion für KI-Glasfaserkabel bis 2030, doch die Aktie verliert nach starkem Jahresstart deutlich an Wert.

Auf einen Blick:
  • Fujikura plant US-Produktion von Glasfaserkabeln bis Ende des Jahrzehnts
  • Neues US-Werk soll auf boomende KI-Nachfrage reagieren
  • Aktie zuletzt unter Druck: minus 29 Prozent in 30 Tagen
  • YTD trotzdem noch plus 50 Prozent

Gut 50 Prozent im Plus seit Jahresbeginn, und dann das: In den letzten 30 Tagen hat die Fujikura-Aktie knapp 29 Prozent abgegeben. Wer den japanischen Kabelhersteller auf dem Radar hat, kennt diesen Widerspruch inzwischen. Die Geschichte klingt gut, die KI-Nachfrage nach Glasfaserkabeln ist real, und trotzdem läuft der Kurs gerade in die falsche Richtung.

Der Plan klingt solide

Laut einem Bericht des Nikkei vom Dienstag will Fujikura die Produktion von Glasfaserkabeln in einem neuen US-Werk bis zum Ende des Jahrzehnts aufnehmen. Also bis 2030, grob gerechnet noch vier Jahre. Der Schritt ist kein Zufall: Die Nachfrage nach Glasfaserkabeln für KI-Infrastruktur zieht weltweit an, und ein US-Standort schützt zudem vor Zollrisiken, die in der aktuellen Handelspolitik jederzeit wieder auftauchen können.

Fujikura ist in diesem Segment kein unbeschriebenes Blatt. Der Konzern gehört zu den wenigen japanischen Herstellern, die in der Glasfaser-Lieferkette für Rechenzentren eine ernsthafte Rolle spielen. Demnach ist die US-Expansion strategisch nachvollziehbar, auch wenn die Details zum Werk, Standort, Kapazität, Investitionsvolumen, bisher dünn sind.

Fujikura Ltd Aktie Chart

Vier Jahre sind eine lange Zeit

Und genau da liegt der Haken. Bis 2030 ist für einen Markt, der sich im Jahrestakt verändert, eine sehr lange Planungshorizont. Wer heute in Fujikura investiert, wettet darauf, dass die KI-Nachfrage nach Glasfaserkabeln nicht nur anhält, sondern bis zum Ende des Jahrzehnts so stark bleibt, dass ein neues US-Werk wirtschaftlich Sinn ergibt. Das ist keine schlechte Wette, aber eben auch keine risikolose.

Der Kursverlauf der letzten Wochen zeigt, dass der Markt gerade neu bewertet. Nach dem starken Lauf seit Januar nimmt jemand Gewinne mit, und die Meldung über das US-Werk hat daran nichts geändert. Die nächsten Quartalszahlen stehen laut Plan erst Ende August an. Bis dahin bleibt die Aktie das, was sie in den letzten Tagen war: volatil.

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