Der japanische Spezialkabelhersteller Fujikura dreht an der Preisschraube. Für bestimmte Glasfaserkabel für Rechenzentren verlangt das Unternehmen jetzt mehr. Der Grund: Die Nachfrage aus der KI-Branche explodiert.
Konkret erhöht Fujikura die Preise für DCI-Glasfaserkabel im 200-Mikrometer-Segment. Das sind die Verbindungen zwischen Rechenzentren. Gleichzeitig hob der Konzern seine Gewinnprognose an. Beides signalisiert: Die Branche stößt an ihre Grenzen.
Engpass bei Vorprodukten
Das Nadelöhr ist die Produktion von sogenannten Preforms – den Rohlingen für Glasfasern. Die Hersteller arbeiten zwar am Ausbau ihrer Kapazitäten. Neue Liefermengen werden aber frühestens 2029 erwartet.
Der KI-Boom treibt die Nachfrage massiv an. Immer mehr Hyperscaler bauen ihre Rechenzentren aus. Sie setzen auf hoch spezialisierte Fasern wie Hohlkern- oder Multikern-Varianten. Das verknappt das Angebot zusätzlich.
Fujikura ist einer der wichtigsten Spieler im Markt für Faserspleißgeräte – einem Segment mit geschätzt zwei Milliarden Dollar Umsatz. Der Gesamtkonzern kam im Geschäftsjahr bis März 2026 auf rund 7,84 Milliarden Dollar. Mit Wettbewerbern wie Sumitomo Electric und Furukawa profitiert Fujikura vom Ausbau der 5G- und IoT-Infrastruktur.
Wachstumstreiber Unterseekabel
Auch im Unterseekabelgeschäft läuft es. Neue Installationen setzen auf 16 bis 32 Faserpaare – deutlich dichter als früher. Bis 2026 steht ein Zyklus von 390.000 Kilometern neuer Seekabel an.
Die Aktie reagiert. Am Freitag schloss Fujikura bei 31,11 Euro. In sieben Tagen legte das Papier 30,7 Prozent zu, auf Monatssicht sind es 17,4 Prozent. Der RSI von 53,9 deutet auf eine Verschnaufpause nach dem starken Lauf hin.
Der Gesamtmarkt für optische Komponenten wächst rasant. Allein für Faserspleißgeräte erwarten Analysten bis 2033 ein jährliches Plus von 13,5 Prozent. Fujikura sitzt an der Schnittstelle zwischen Boom und Engpass. Wer die Preise erhöhen kann, hat in diesem Umfeld die besseren Karten.
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