Rekordgewinne, und trotzdem bricht die Aktie um 20 Prozent ein. Was bei Fujikura gerade passiert, illustriert ein klassisches Börsenphänomen: Nicht der Blick zurück entscheidet den Kurs, sondern der Blick nach vorn.
Ausblick verfehlt Erwartungen deutlich
Fujikura meldete für das Geschäftsjahr bis März 2026 einen Nettogewinn von 157,2 Milliarden Yen— ein Plus von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Klingt stark. Das Problem liegt im nächsten Schritt.
Für das laufende Geschäftsjahr bis März 2027 erwartet das Unternehmen einen Nettogewinn von 156 Milliarden Yen— ein marginales Minus gegenüber dem Rekordjahr. Analysten hatten rund 207,7 Milliarden Yen auf dem Zettel. Die Lücke beträgt etwa 25 Prozent. Kein Wunder, dass Anleger nervös reagieren.
Erschwerend kommt hinzu: Fujikura musste eine Rückstellung von 12,8 Milliarden Yen für US-Zölle auf Glasfaserimporte einer Tochtergesellschaft aus China bilden. Das Unternehmen will den Zollbescheid anfechten, der Schaden ist vorerst eingepreist.
Starkes Kerngeschäft, aber steigende Kosten
Das operative Bild ist eigentlich robust. Der Umsatz stieg im abgelaufenen Jahr um rund 21 Prozent auf 1,182 Billionen Yen, das Betriebsergebnis kletterte um 39 Prozent auf 188,7 Milliarden Yen. Getragen wurde das Wachstum von den Segmenten Telekommunikation, Automotive und Energiesysteme.
Für das neue Geschäftsjahr rechnet Fujikura mit einem Umsatz von 1,243 Billionen Yen— also weiterem Wachstum. Beim Gewinn drücken jedoch steigende Rohstoffkosten und geopolitische Risiken auf die Marge. Das Management nannte explizit einen möglichen Konflikt im Nahen Osten und eine potenzielle Blockade der Straße von Hormus als einkalkulierte Szenarien.
Dividende hoch, Investitionen laufen
Um das Vertrauen der Aktionäre zu stützen, hebt Fujikura die Ausschüttungsquote von 30 auf 40 Prozent an. Für das abgelaufene Geschäftsjahr ist eine Schlussdividende von 130 Yen je Aktie vorgeschlagen— vor dem im Frühjahr vollzogenen Aktiensplit im Verhältnis 1:6. Für das neue Jahr plant das Unternehmen 38 Yen je Aktie auf bereinigter Basis.
Parallel laufen strategische Investitionen. In Delaware soll im Juni 2026 die neue US-Tochter Fujikura Cable Systems LLC gegründet werden. Das Werk in Sakura erhält bis zu 40 Milliarden Yen, um die Produktion von Glasfaserkabeln für KI-Rechenzentren auszubauen— Inbetriebnahme geplant bis Ende 2030. Ferner hat Fujikura gemeinsam mit dem MIT eine Technologie zur präzisen dreidimensionalen Nanostrukturierung entwickelt, die für optische Kommunikation und KI-Anwendungen gedacht ist.
Der Kursrückgang vom Donnerstag spiegelt weniger die Vergangenheit als die Unsicherheit über das Tempo der Erholung wider. Ob die konservative Guidance Puffer enthält oder die tatsächliche Erwartungslage abbildet, wird spätestens mit den Halbjahreszahlen im Herbst klarer.
Fujikura-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Fujikura-Analyse vom 15. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Fujikura-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Fujikura-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
