Fujikura Aktie: 500,24 Millionen Renminbi für China-Anteil

Fujikura hebt Prognose dank KI-Nachfrage stark an und verkauft China-Anteile. Analysten diskutieren die Bewertung nach dem jüngsten Kursanstieg.

Auf einen Blick:
  • Prognose um 39 Prozent erhöht
  • Verkauf der China-Beteiligung beschlossen
  • Rekordzahlen im ersten Quartal
  • Kritische Analystenstimmen zur Bewertung

Fujikura kommt nach der jüngsten Kursrally nicht zur Ruhe. Nach der massiven Anhebung der Jahresprognose Anfang August verdaut der Titel nun Gewinnmitnahmen, während im Hintergrund eine strategische Weichenstellung in China Fragen aufwirft.

Rückzug aus dem chinesischen Joint Venture

Am 7. August teilte Fujikura mit, seine komplette 60-Prozent-Beteiligung an dem Gemeinschaftsunternehmen Fujikura Fiber Optics (China) an den Partner Yangtze Optical Fibre and Cable (YOFC) zu übertragen. Der Verkaufspreis liegt bei 500,24 Millionen Renminbi, der Vollzug ist für Ende September vorgesehen.

Die Transaktion fällt in eine Phase, in der der Konzern gleichzeitig seine Ertragsprognosen kräftig nach oben korrigiert – ein Kontrast, der zeigt, dass Fujikura sein Portfolio offenbar gezielt auf die profitabelsten Wachstumsfelder ausrichtet, statt breit in China präsent zu bleiben.

Genau dieses Wachstumsfeld liefert derzeit den eigentlichen Treiber der Aktie: Der Boom bei optischen Komponenten für KI-Rechenzentren. Am 7. August hatte Fujikura seine Prognose für das operative Ergebnis im Geschäftsjahr bis Ende März 2027 zum zweiten Mal in diesem Jahr angehoben, und zwar um 39 Prozent auf 432,0 Milliarden Yen, von zuvor 310,0 Milliarden Yen.

Der Nettogewinn soll auf 326,0 Milliarden Yen steigen, nach vormals 229,0 Milliarden Yen. Reuters berichtete, dass die steigende Nachfrage aus dem Aufbau von KI-Rechenzentren hinter dieser Anhebung steckt.

Rekordquartal bestätigt den Trend

Untermauert wird die optimistische Prognose durch bereits vorliegende Zahlen: Im ersten Quartal bis Ende Juni erzielte Fujikura einen Nettoumsatz von 402,01 Milliarden Yen, ein Plus von 50,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der operative Gewinn schnellte um 155,1 Prozent auf 104,83 Milliarden Yen nach oben, der Nettogewinn stieg um 156,8 Prozent auf 80,43 Milliarden Yen.

Der Daiwa-Securities-Stratege Daisuke Hashizume führte den kräftigen Kursanstieg vom 10. August, an dem die Aktie um 7,62 Prozent zulegte, auf die starke Positionierung des Unternehmens in der KI-Lieferkette zurück.

Trotz der Gewinnexplosion hält Fujikura an seiner Dividendenprognose von 38,00 Yen pro Aktie für das laufende Geschäftsjahr fest, aufgeteilt in 19 Yen Zwischen- und 19 Yen Schlussdividende. Der Vorstand beschloss zudem, bis zu 150.000 eigene Aktien als Belegschaftsaktien an die betriebliche Mitarbeiterbeteiligung auszugeben, zum Ausgabepreis von 4.596 Yen.

Bewertung sorgt für Diskussionsstoff

Nicht alle Marktteilnehmer folgen der Euphorie ungebremst. Der Analyst Michael Allen veröffentlichte am 7. August auf Smartkarma einen kritischen Bericht mit dem Titel „Elephants Can’t Fly“, in dem er trotz der angehobenen Prognose Bewertungsbedenken äußerte. Automatisierte Bewertungsmodelle kamen zu unterschiedlichen fairen Werten für die Aktie, was die Unsicherheit über das angemessene Kursniveau unterstreicht.

Im Tagesgeschäft zeigte sich die Aktie zuletzt uneins mit dem breiteren Markt: Am Donnerstag schloss sie bei 31,87 Euro, ein Minus von 1,6 Prozent, und wirkte damit als Gegengewicht zu einer von Halbleiterwerten getragenen Marktbewegung in Tokio.

Auf Wochensicht steht mit einem Plus von 14 Prozent dennoch eine deutliche Erholung zu Buche, über 30 Tage beträgt das Plus 20 Prozent. Der RSI von 63,5 signalisiert, dass die Aktie trotz des jüngsten Rückgangs noch nicht überkauft ist, während eine annualisierte Volatilität von 84 Prozent die hohe Schwankungsbreite der vergangenen Wochen widerspiegelt.

Fujikura ist zudem Bestandteil mehrerer Nachhaltigkeitsindizes, darunter zum vierten Mal in Folge der FTSE4Good Index Series sowie zum zehnten Mal der FTSE JPX Blossom Japan Index. Für Anleger bleibt die Kombination aus explosivem KI-getriebenem Wachstum und strategischer Portfoliobereinigung in China der zentrale Blickwinkel auf den Titel.

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