Fujikura trennt sich von seinem chinesischen Glasfaser-Gemeinschaftsunternehmen und ordnet sein internationales Portfolio neu, während der Boom rund um KI-Rechenzentren dem japanischen Kabelhersteller Rekordzahlen beschert.
An der Börse hat sich das Papier zuletzt kräftig erholt: Am Montag schloss die Aktie bei 29,20 Euro, ein Plus von 3,16 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Sicht von sieben Handelstagen summiert sich der Kursgewinn auf 6,94 Prozent.
Rückzug aus China, Fokus auf die USA
Am 10. Juli teilte Fujikura mit, sämtliche Anteile an der Fujikura FiberHome Opto-Electronics Material Technology Co., Ltd. zu veräußern. Der Konzern und seine vollständig konsolidierte Tochtergesellschaft hielten zusammen 60 Prozent an dem chinesischen Glasfaser-Gemeinschaftsunternehmen.
Der Ausstieg fällt in eine Phase, in der Fujikura seine Kapazitäten stärker in Richtung Nordamerika verlagert: Im Juni gründete der Konzern die neue, hundertprozentige US-Tochter Fujikura Optical Cable Systems LLC, um die Nachfrage nach Glasfaserkabeln aus dem Ausbau von KI-Rechenzentren zu bedienen.
Bereits im Mai hatte Fujikura angekündigt, bis zu 40 Milliarden Yen in ein neues Werk am Standort Sakura Works zu investieren. Die Anlage soll im Dezember 2030 den Betrieb aufnehmen.
Konzernchef Naoki Okada sagte im Juni gegenüber der Zeitung Japan Times, Fujikura liege auf Kurs, die eigene Prognose zu übertreffen – getragen von einer anhaltenden Nachfrage nach Glasfaserkabeln für KI-Rechenzentren. Aufträge kämen inzwischen von nahezu allen US-Hyperscalern.
Zahlen bestätigen den Boom
Am Freitag legte Fujikura Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor, das am 30. Juni endete. Der Umsatz kletterte auf 402.009 Millionen Yen von 267.908 Millionen Yen im Vorjahreszeitraum, der Nettogewinn stieg auf 80.434 Millionen Yen von 31.318 Millionen Yen.
Zugleich hob der Konzern seine Prognose an: Für das erste Halbjahr bis Ende September rechnet Fujikura nun mit einem Nettogewinn von 149.000 Millionen Yen bei einem Umsatz von 821.000 Millionen Yen.
Für das gesamte Geschäftsjahr bis Ende März 2027 peilt das Unternehmen einen Betriebsgewinn von 432.000 Millionen Yen sowie einen den Aktionären zurechenbaren Gewinn von 326.000 Millionen Yen an, was einem Gewinn je Aktie von 196,88 Yen entspräche.
Kapitalmaßnahmen und Indexaufnahme
Parallel zum operativen Umbau treibt Fujikura auch seine Vergütungspolitik voran. Am 24. Juli schloss der Konzern die Ausgabe von Belegschaftsaktien aus dem eigenen Bestand für die Vorstandsvergütung ab, nachdem bereits Ende Juni entsprechende Restricted Stock an Führungskräfte zugeteilt worden war.
Am 3. August wurde Fujikura zudem in den FTSE4Good Index Series sowie in den FTSE JPX Blossom Japan Index und dessen sektorbezogene Variante aufgenommen, wie FTSE Russell mitteilte.
Für Anleger ergibt sich damit ein stimmiges Bild: Fujikura strafft sein internationales Engagement, bündelt frisches Kapital in nordamerikanischen Kapazitäten und lässt die operative Dynamik aus dem KI-Infrastrukturboom direkt in angehobene Prognosen einfließen.
Die jüngste Kursbewegung spiegelt diese Neuausrichtung wider, auch wenn die weiterhin recht dynamischen Ausschläge am Aktienmarkt daran erinnern, dass die Wachstumsstory noch nicht vollständig eingepreist ist.
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