Der japanische Aktienmarkt erlebt einen brutalen Ausverkauf. Halbleiterwerte stürzen massiv ab. Die Aktie von Fujikura zieht stattdessen unbeirrt nach oben. Ein globaler Engpass bei Glasfaserkabeln treibt Anleger zu dem Infrastruktur-Spezialisten.
Am Dienstag verlor der Leitindex Nikkei rund 3,5 Prozent. Tech-Giganten wie SoftBank brachen zweistellig ein. Fujikura legte am selben Tag in Tokio um 5,3 Prozent zu. Am Mittwoch klettert der Kurs weiter auf 34,80 Euro.
Auf Wochensicht steht damit ein Plus von 36 Prozent auf der Kursliste. Die annualisierte Schwankungsbreite ist mit fast 149 Prozent extrem hoch. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 56,9 eine stabile Aufwärtsbewegung. Der Markt schichtet massiv um.
Flaschenhals beim KI-Ausbau
Investoren suchen nach den physischen Profiteuren der Künstlichen Intelligenz. Der Bedarf an Glasfaserkabeln wächst jährlich um bis zu 25 Prozent. Die weltweite Produktion deckt aktuell nur die Hälfte dieser Nachfrage. Die Folge: Lieferzeiten von über 60 Wochen für kritische Bauteile.
Große Tech-Konzerne wie Microsoft und Meta investieren gigantische Summen. Im laufenden Jahr fließen voraussichtlich 700 Milliarden US-Dollar in neue Rechenzentren. Diese Anlagen stoßen bei herkömmlichen Kupferkabeln an physikalische Grenzen. Sie benötigen zwingend optische Netzwerke für den Datentransfer.
Makro-Gegenwind prallt ab
Das Umfeld für japanische Aktien bleibt eigentlich schwierig. Die Bank of Japan hat den Leitzins auf 1,00 Prozent angehoben. Das ist der höchste Stand seit 31 Jahren. Parallel dazu notiert der Yen schwach bei rund 161 pro Dollar.
Anleger ignorieren diese Belastungen bei Fujikura völlig. Sie fokussieren sich auf den langfristigen Ausbau der KI-Infrastruktur. Bis 2030 soll sich die globale Kapazität von Rechenzentren auf 200 Gigawatt verdoppeln. Als Hauptlieferant für Glasfaser-Architektur blickt das Unternehmen auf eine gesicherte Auftragslage.
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