Fujikura erholt sich am Freitag deutlich – nach einer Woche, die Anlegern einiges abverlangt hat. Die Aktie des japanischen Kabelherstellers klettert um 2,50 Prozent auf 29,09 Euro, nach einem Schlusskurs von 28,38 Euro am Donnerstag. Käufer kehren zurück, nachdem der Kurs binnen sieben Tagen fast 12 Prozent verloren hatte.
Steile Talfahrt nach starken Prognosen
Der Ausverkauf wirkt paradox. Erst am 18. Juni hatte Fujikura seine Gewinnprognose für das Geschäftsjahr bis März 2027 kräftig angehoben. Der Betriebsgewinn soll auf 310 Milliarden Yen steigen, der Nettogewinn auf 229 Milliarden Yen.
Trotzdem brach die Aktie seit ihrem Hoch von 7.068 Yen am 23. Juni um fast 30 Prozent ein. Der Grund liegt weniger im Geschäft als in der Positionierung im Markt. Ende Juni lag das Volumen kreditfinanzierter Käufe bei rund 25,19 Millionen Aktien – ein Wert, der die Kursbewegung in beide Richtungen verstärkt.
Hinzu kommen offene Short-Positionen großer Häuser. Morgan Stanley hält 410.000 Aktien leerverkauft, Goldman Sachs 270.000. Diese Kombination aus gehebelten Long-Positionen und institutionellen Wetten auf fallende Kurse hat die technische Korrektur beschleunigt. Der heutige Rebound deutet darauf hin, dass Schnäppchenjäger wieder auf die fundamentale Rolle des Unternehmens im KI-Sektor setzen.
Rückenwind vom breiten Markt
Fujikura steht nicht allein da. Der Nikkei 225 legte am 3. Juli um 1,47 Prozent zu und schloss bei 69.744,07 Punkten. Getragen wird die Rally von neuem Interesse an Firmen, die vom weltweiten Ausbau der Rechenzentren profitieren.
Speicherchip-Hersteller Kioxia etwa gewann heute deutlich, nachdem das Unternehmen erste Muster seines 3D-Flashspeichers der zehnten Generation für KI-Rechenzentren angekündigt hatte. Die Branche rechnet mit anhaltend hohen Investitionen der großen Cloud-Anbieter – Prognosen zufolge könnten die weltweiten Ausgaben für Rechenzentren bis 2030 mehrere Billionen Dollar erreichen.
Volatilität bleibt hoch
Trotz des Tagesgewinns bleibt Fujikura ein Nervenkitzel für Anleger. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 134,05 Prozent – ein extremer Wert selbst für Wachstumswerte im KI-Umfeld. Der RSI steht bei 46,6 und signalisiert damit neutrales Terrain nach der scharfen Korrektur.
Die Bewertung bleibt ambitioniert: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 39. Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Plus von 9,42 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, dass das grundsätzliche Interesse am KI-Infrastrukturzyklus intakt bleibt, auch wenn kurzfristige Positionierungen für heftige Ausschläge sorgen.
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