Rekordzahlen auf der einen Seite, ein massiver Kurssturz auf der anderen. Bei Fujikura klafft derzeit eine Lücke zwischen operativer Stärke und der Stimmung am Markt. Innerhalb von nur zehn Handelstagen verlor das Papier des japanischen Glasfaserspezialisten rund 18 Prozent an Wert.
Rekordgewinne verpuffen wirkungslos
Dabei lieferte das Unternehmen für das Geschäftsjahr bis März 2026 beeindruckende Ergebnisse. Der Umsatz knackte erstmals die Billionen-Marke. Mit 1,18 Billionen Yen lag der Erlös deutlich über dem Vorjahr.
Der operative Gewinn kletterte parallel dazu um 39,2 Prozent auf 188,7 Milliarden Yen. Den Nettogewinn konnte Fujikura sogar um mehr als 70 Prozent steigern.
Als Reaktion darauf verdoppelte das Management die jährliche Dividende. Aktionäre erhalten nun 225 Yen je Aktie.
Engpässe bremsen den KI-Boom
Trotz der Zahlen wächst die Skepsis. Analysten sorgen sich vor allem um physische Kapazitätsgrenzen. Die Produktion reicht aktuell nicht aus, um den gewaltigen Bedarf der KI-Rechenzentren zu decken.
Selbst ein neues Werk in der Präfektur Chiba wird diesen Engpass wohl nicht sofort auflösen. Zudem belasten Lieferkettenrisiken den Ausblick. Geopolitische Spannungen im Nahen Osten erschweren die Beschaffung von Helium und Wasserstoff.
Die Bewertung der Aktie bleibt trotz des Rücksetzers anspruchsvoll. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 40 notiert der Titel deutlich über dem Marktdurchschnitt. Der Relative-Stärke-Index (RSI) signalisierte zuletzt eine überkaufte Lage.
Langfristige Milliarden-Investitionen
Fujikura plant nun eine Wachstumsoffensive bis zum Jahr 2036. Bis 2028 soll der operative Gewinn auf 264 Milliarden Yen steigen. Dafür will der Konzern rund 300 Milliarden Yen in Japan und den USA investieren.
Anleger achten nun besonders auf die geplante Inbetriebnahme des Werks in Chiba. Diese Kapazitätserweiterung ist die Voraussetzung, um die hohe Bewertung durch reales Wachstum zu rechtfertigen.
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