FuelCell Energy: Backlog schrumpft auf 54,1 Millionen

Fuelcell Energy fokussiert sich auf KI-Rechenzentren, steigert Produktion und holt neuen Aufsichtsrat. Operative Verluste bleiben Herausforderung.

Auf einen Blick:
  • Fokus auf KI-Rechenzentren
  • Produktionskapazität soll sich verdreifachen
  • Umsatz steigt, Bruttoverlust wächst
  • Neuer Aufsichtsrat für mehr Vertrauen

Der Brennstoffzellen-Hersteller FuelCell Energy schaltet in den Angriffsmodus. Das Unternehmen treibt den Umbau hin zum Lieferanten für KI-Rechenzentren mit Nachdruck voran. Die Nachfrage nach zuverlässigen Stromlösungen für energiehungrige Datenzentren wächst rasant – und Fuelcell Energy will von diesem Trend massiv profitieren.

Produktion in Torrington

Am Standort Torrington läuft der Ausbau auf Hochtouren. Die Fertigungskapazität von derzeit rund 100 Megawatt soll auf 350 Megawatt steigen. Das entspricht einer Verdreifachung. Kernstück sind standardisierte 12,5-Megawatt-Kraftwerksblöcke, die sich besonders für große Datencenter eignen.

Die Entwicklungspipeline des Unternehmens ist seit Februar 2025 um rund 275 Prozent gewachsen. Ein Großteil dieses Zuwachses entfällt auf Kunden aus dem Bereich digitale Infrastruktur und Rechenzentren. Das Management zeigt sich optimistisch, die gestiegene Nachfrage in feste Aufträge umzuwandeln.

Finanzkennzahlen unter Druck

Die operativen Zahlen bleiben jedoch eine Baustelle. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Fuelcell Energy einen Umsatz von 30,5 Millionen Dollar – ein Plus von 61 Prozent im Jahresvergleich. Der Bruttoverlust weitete sich gleichzeitig von 5,2 auf 5,9 Millionen Dollar aus.

Der gesamte Auftragsbestand liegt bei 1,17 Milliarden Dollar, ein Rückgang gegenüber 1,31 Milliarden Dollar im Vorjahr. Besonders auffällig: Der produktbezogene Teil des Backlogs schrumpfte von 111,2 auf 54,1 Millionen Dollar. Für Analysten ist die Umwandlung der kommerziellen Pipeline in konkrete Bestellungen der entscheidende Indikator für das laufende Jahr.

Neuer Vorstand für mehr Glaubwürdigkeit

Fuelcell Energy holt sich Verstärkung für den Aufsichtsrat. Das Gremium wuchs auf neun Mitglieder an. Mit John Livingston, ehemals CEO von Verve Industrial Protection, gewinnt das Unternehmen einen Experten für Industrieabläufe und Cybersicherheit. Die Personalie soll das Vertrauen von Hyperscalern und Großkunden in die Brennstoffzellen-Technologie stärken.

An der Börse zeigt sich das Papier extrem volatil. Der Kurs erreichte erst am 21. Mai mit 22,70 Euro ein neues 52-Wochen-Hoch, notiert aktuell aber bei 20,68 Euro. Das entspricht einem Minus von knapp neun Prozent zum Höchststand. Der RSI liegt bei 13,2 – der Wert gilt als stark überverkauft. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus dennoch auf fast 200 Prozent.

Ausblick im Juni

Im Juni legt Fuelcell Energy die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Das Management wird dann auch zum Stand der Produktionserweiterung und der Data-Center-Strategie Stellung nehmen. Investoren achten besonders darauf, ob sich die 1,5-Gigawatt-Pipeline in umsatzwirksame Verträge übersetzen lässt und ob höhere Stückzahlen die Bruttomargen verbessern.

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