FuelCell Energy will vom KI-Boom profitieren – und die Börse feiert das mit einem Kurssprung von über 200 Prozent seit Jahresbeginn. Doch je höher die Aktie steigt, desto lauter werden die Zweifel an der Bewertung. Die Aktie notiert aktuell bei 21,79 Euro und damit nur vier Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 22,70 Euro.
Die KI-Strategie
Das Unternehmen stellt sein Geschäft auf den massiven Strombedarf der Datencenter aus. Konkret: ein standardisierter 12,5-Megawatt-Power-Block, der direkt vor Ort installiert werden kann. Die Produktion im Werk Torrington (Connecticut) soll sich dafür mehr als verdreifachen.
Der Erfolg dieser Strategie hängt an einem wachsenden Projekt-Pipeline. FuelCell Energy meldet einen Anstieg von 275 Prozent im Vergleich zum Frühjahr 2025. Management setzt auf Carbonat-Brennstoffzellen als netzunabhängige Grundlastkraftwerke für Hyperscaler – also Betreiber wie Google, Microsoft oder Amazon.
Partnerschaften mit Substanz
Mehrere Kooperationen sollen künftig Umsatz bringen. Ein Abkommen mit Diversified Energy sieht die Lieferung von bis zu 360 Megawatt an Datencenter in Virginia, West Virginia und Kentucky vor. Parallel dazu arbeitet FuelCell mit Malaysia Marine and Heavy Engineering an großskaligen Wasserstoff-Produktionsanlagen für Asien und Ozeanien.
Der Gesamtauftragsbestand lag Ende des ersten Quartals 2026 bei rund 1,17 Milliarden Dollar.
Bewertungslücke als Risiko
Die operative Dynamik steht in krassem Gegensatz zur fundamentalen Bewertung. Analysten schätzen den fairen Wert der Aktie auf rund 8,24 Dollar – basierend auf historischen Cashflows und Gewinnprognosen. Der Markt preist derzeit eine massive „KI-Prämie“ ein, die die aktuellen Geschäftszahlen weit übersteigt.
Die Finanzlage ist solide: 311,8 Millionen Dollar in der Kasse. Aber das Unternehmen schreibt weiter rote Zahlen. Der operative Verlust bleibt negativ, der Nettoverlust des letzten Geschäftsjahres betrug rund 185,6 Millionen Dollar.
Ausblick auf den Juni
Der nächste Lackmustest folgt im Juni. Dann legt FuelCell Energy die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vor. Anleger erwarten Antworten auf zwei Fragen: Kommt der Ausbau in Torrington voran? Und wie viele Datencenter-Projekte münden in feste Serviceverträge?
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