FTSE 100: Ingredion bietet 2,7 Milliarden für Tate & Lyle

Milliardenschwere Tate-&-Lyle-Übernahme und steigende Ölpreise stützen den FTSE 100 gegen den globalen Abwärtstrend.

Auf einen Blick:
  • Ingredion bietet 2,7 Milliarden Pfund
  • Brent-Öl steigt auf 96 Dollar
  • Shell und BP als Stabilitätsanker
  • Rolls-Royce verliert über drei Prozent

London trotzt dem globalen Abwärtstrend. Während Tech-Aktien weltweit unter Druck stehen, rettet ein Mix aus Energie-Power und einem milliardenschweren Deal den FTSE 100. Der britische Leitindex kletterte am Mittag um 0,13 Prozent auf 10.382 Punkte.

Der Grund für diese Stärke liegt in der speziellen Struktur des Marktes. London profitiert massiv von seiner hohen Gewichtung in den Sektoren Energie und Verteidigung. Ein Übernahmeangebot für den Lebensmittelkonzern Tate & Lyle sorgt für zusätzliche Dynamik.

Milliarden-Deal im Lebensmittelsektor

Der US-Konzern Ingredion will Tate & Lyle für 2,7 Milliarden Pfund in bar übernehmen. Das Angebot von 615 Pence je Aktie entspricht einem deutlichen Aufschlag zum letzten Kurs. Die Aktie von Tate & Lyle schoss daraufhin um über 14 Prozent nach oben. Ein seltener Lichtblick.

Parallel dazu treibt die Eskalation im Nahen Osten die Rohölpreise. Berichte über Angriffe auf petrochemische Anlagen ließen den Preis für Brent-Öl um mehr als drei Prozent steigen. Ein Barrel kostet nun rund 96 US-Dollar.

Davon profitieren Schwergewichte wie Shell und BP. Die Kursgewinne der Ölmultis neutralisieren die allgemeine Flucht aus riskanten Anlagen. Anleger suchen Schutz in defensiven Werten, während Tech-Aktien nach schwachen US-Vorgaben abgestoßen werden.

Schattenseiten und Index-Umbau

An anderen Stellen herrscht Verkaufsdruck. Die Aktie von Rolls-Royce verlor über drei Prozent an Wert. Marktteilnehmer fürchten steigende Treibstoffkosten und gesperrte Flugrouten durch den Konflikt im Nahen Osten.

Auch im Einzelhandel trübt sich die Stimmung. JD Sports Fashion gab um rund 3,4 Prozent nach. Hohe Zinsen belasten die Kauflaune der Konsumenten spürbar.

Zusätzlich sorgt die anstehende Quartalsüberprüfung des Index für Bewegung. Unternehmen wie Rightmove oder die Berkeley Group stehen vor dem Abstieg und geraten unter Druck. Im Gegenzug verzeichnen Aufsteiger wie Computacenter ein deutlich höheres Handelsvolumen.

Ausblick und technische Marken

Technisch findet der FTSE 100 eine solide Unterstützung bei 10.320 Punkten. Dies entspricht dem heutigen Tagestief. Ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 10.400 Zählern steht jedoch noch aus.

Die kommenden Handelstage hängen stark von der Entwicklung der US-Inflationserwartungen ab. Sollte der Ölpreis sein hohes Niveau halten, dürfte London seine relative Stärke gegenüber dem DAX behaupten.

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