Ein Rekordquartal, das die Börse mit Verkäufen quittiert — bei Fresenius Medical Care passt das auf den ersten Blick nicht zusammen. Der Dialysespezialist hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet, doch Anleger schauten genauer hin und fanden Gründe zur Vorsicht.
Starke Zahlen, aber ein fauler Kern
Das bereinigte operative Ergebnis kletterte währungsbereinigt um 23 Prozent auf 569 Millionen Euro — Analysten hatten im Schnitt nur 515 Millionen Euro auf dem Zettel. Der den Aktionären zurechenbare Gewinn sank zwar nominal um drei Prozent auf 218 Millionen Euro, währungsbereinigt stand allerdings ein Plus zu Buche.
Der Haken: Ein erheblicher Teil des Zuwachses stammt aus befristeten US-Vergütungsregeln für neue Dialysemedikamente, bekannt als TDAPA. UBS-Analyst Graham Doyle wies darauf hin, dass dieser Effekt zeitlich begrenzt ist. JPMorgan-Analyst David Adlington sieht die eigentliche Überraschung darin, dass der Markt den Zeitpunkt dieser Erstattungen falsch eingeschätzt hatte — nicht in einer nachhaltigen operativen Verbesserung. Hinzu kommt ein Wermutstropfen aus dem Kerngeschäft: Das organische Behandlungswachstum in den USA ging im Quartal um 0,9 Prozent zurück, während es international leicht zulegte.
An der Börse sackte die Aktie am Vormittag zeitweise um 7,80 Prozent auf 41,47 Euro ab. Von den Höchstständen bei fast 94 Euro aus dem Jahr 2018 ist das Papier damit weiterhin weit entfernt.
Sparprogramm und neues Gerät als Hoffnungsträger
Das seit gut drei Jahren laufende Spar- und Umbauprogramm bleibt der zentrale Werttreiber. Bis 2027 sollen Stellenabbau, Klinikschließungen und Teilverkäufe insgesamt 1,2 Milliarden Euro einsparen, für 2026 stehen 250 Millionen Euro auf dem Plan. Allein im zweiten Quartal steuerte das Programm 67 Millionen Euro bei. Im ersten Halbjahr wurden rund 100 US-Kliniken geschlossen — die Optimierung des amerikanischen Kliniknetzes gilt damit für dieses Jahr als abgeschlossen.
Parallel treibt FMC die Einführung des neuen Dialysegeräts 5008X voran, das inzwischen in 227 US-Kliniken läuft und bei über 600.000 Behandlungen zum Einsatz kam. Rund zehn Prozent der Geräteflotte wurden bereits ersetzt, bis Jahresende sollen es 20 Prozent sein. Vorstandschefin Helen Giza verweist auf erste positive Signale bei Behandlungsergebnissen, etwa deutlich seltenere Muskelkrämpfe nach der Dialyse.
Im Klinikgeschäft gibt es zudem einen Führungswechsel: Cassie McLean, bislang Chefin des US-Nierengeschäfts, übernahm zum 1. August die weltweite Verantwortung für die Klinik- und Versorgungssparte und löst Craig Cordola ab.
Ausblick unverändert
FMC bestätigte die Jahresprognose: Der währungsbereinigte Umsatz soll 2026 etwa auf dem Vorjahresniveau von gut 19,6 Milliarden Euro liegen, das bereinigte operative Ergebnis könnte gegenüber den gut 2,2 Milliarden Euro aus dem Vorjahr im mittleren einstelligen Prozentbereich steigen oder fallen. Nach dem starken zweiten Quartal dürften die Erwartungen für die zweite Jahreshälfte nun eher gedämpft ausfallen, da der TDAPA-Effekt an Kraft verliert und die USA-Kliniknetzoptimierung ausläuft.
Fresenius Medical Care-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Fresenius Medical Care-Analyse vom 04. August liefert die Antwort:
Die neusten Fresenius Medical Care-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Fresenius Medical Care-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Fresenius Medical Care: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
