Der Gesundheitskonzern Fresenius treibt seine Entschuldung und die Vereinfachung der Unternehmensstruktur weiter voran. Ein zentraler Baustein dieser Strategie war am vergangenen Donnerstag die Platzierung eines umfangreichen Aktienpakets der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC).
Durch den Verkauf von 7,8 Millionen Anteilen an institutionelle Investoren generierte das Unternehmen einen Bruttoerlös von rund 300 Millionen Euro. Diese Mittel sollen primär zur Stärkung der Bilanz und zum Abbau der Verbindlichkeiten eingesetzt werden.
Strategische Reduzierung der FMC-Beteiligung
Die Veräußerung entspricht einem Anteil von etwa 2,9 Prozent des Grundkapitals von Fresenius Medical Care. Nach Abschluss dieser Transaktion hält Fresenius nun noch rund 25 Prozent der Anteile an dem Dialysespezialisten.
Im Zuge der Platzierung hat sich das Unternehmen zu einer 45-tägigen Sperrfrist (Lock-up) für die verbleibende Beteiligung verpflichtet. Dieser Schritt folgt der bereits eingeleiteten Entflechtung der beiden Unternehmen und unterstreicht den Fokus des Managements auf die Kernbereiche des Konzerns.
Parallel dazu setzt Fresenius Medical Care eigene Kapitalmaßnahmen um. Wie das Unternehmen am Montag bestätigte, wurden Details zu laufenden Aktienrückkäufen gemäß der Marktmissbrauchsverordnung veröffentlicht. Während sich die Muttergesellschaft von Anteilen trennt, nutzt die Tochtergesellschaft somit den Kapitalmarkt für eigene wertsteigernde Maßnahmen innerhalb des gesetzlichen Rahmens.
Operative Impulse durch Fresenius Kabi
Neben den strukturellen Veränderungen lieferte das operative Geschäft zuletzt positive Signale, insbesondere im Segment Fresenius Kabi. Medienberichten von gestern zufolge konnte die Sparte für das zweite Quartal einen währungsbereinigten Umsatzanstieg von 7 Prozent verzeichnen.
Besonders hervorzuheben ist dabei die Entwicklung der sogenannten „Growth Vectors“ innerhalb von Kabi. Für diesen Bereich wurde eine operative EBIT-Marge von 17,9 Prozent gemeldet, was einer Steigerung von 360 Basispunkten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht.
Bereits Mitte August hatte der Gesamtkonzern die Ergebnisse für das zweite Quartal vorgelegt, die einen währungsbereinigten Anstieg des Konzern-EBIT um 10 Prozent auswiesen.
Diese Dynamik führte dazu, dass das Management bereits vor gut drei Wochen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr anhob. Das währungsbereinigte Wachstum des Konzernergebnisses (Core EPS) wird seither in einer Spanne von 10 bis 15 Prozent erwartet, nachdem zuvor lediglich 5 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt worden waren.
Rating-Optimierung und Analysten-Einstufung
Die Fortschritte bei der Entschuldung und die operative Stabilität blieben auch bei Bonitätsprüfern nicht unbemerkt. Die Ratingagentur Fitch hob am 10. August den Kreditausblick für die Fresenius SE von „stabil“ auf „positiv“ an. Das langfristige Emittenten-Rating wurde dabei mit „BBB-“ bestätigt. Fitch würdigte damit die Bemühungen des Konzerns, seine Finanzkennzahlen durch Anteilsverkäufe und Cashflow-Generierung zu verbessern.
Auf der Analyseseite bestätigte Sven Kürten von der DZ Bank am 10. August seine Kaufempfehlung für die Aktie. Nach der Auswertung der Quartalszahlen bezifferte der Analyst den fairen Wert des Papiers auf 58,00 Euro.
Im gestrigen Handel schloss die Aktie bei 46,34 Euro. Damit notiert das Papier derzeit etwa 32 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 35,11 Euro. Zudem liegt der Kurs aktuell 3,2 Prozent über dem gleitenden Durchschnitt der letzten 200 Tage, was charttechnisch als Unterstützung gewertet werden kann.
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