Der Spezialist für einsatzkritische Kommunikation stockt bei zwei Beteiligungen auf. Frequentis übernimmt die Mehrheit an einem spanischen Technologiepartner und vertieft die Zusammenarbeit mit einem niederländischen Anbieter. Der Schritt zeigt: Der österreichische Konzern will im wachsenden MCX-Segment eine Führungsrolle übernehmen.
Zwei Deals, ein Ziel
Zum 1. Juli 2026 hat Frequentis seinen Anteil an Nemergent Solutions auf 51 Prozent erhöht. Das spanische Unternehmen liefert die Kern-Technologie für die hauseigene MissionX-Plattform. Die Mehrheitsbeteiligung sichert Frequentis direkten Zugriff auf die Entwicklung – ein logischer Schritt, denn Nemergent-Technik steckt bereits im Herzstück des eigenen Angebots.
Parallel dazu baut Frequentis die Partnerschaft mit dem niederländischen Unternehmen Lyfo aus. Dessen patentiertes Multi-Network-Switching soll die Betriebskontinuität selbst dann gewährleisten, wenn das Mobilnetz ausfällt. Gerade für Einsatzkräfte ist das ein entscheidender Faktor.
Das Ziel beider Schritte: ein vollständig europäischer Technologie-Stack für einsatzkritische Kommunikation. Frequentis Director Manuel Hintermayr betont, dass die Partnerschaften das Engagement für ein erstklassiges MCX-Ökosystem unterstreichen. Kunden könnten sich auf langfristige Stabilität und Innovation verlassen.
Konkrete Projekte in Sicht
Frequentis will mit den Partnern nicht nur Technologie entwickeln, sondern auch großflächige Implementierungen stemmen. Konkret nennt das Unternehmen FRMCS-Bahnprogramme – der europäische Zugfunk-Standard der nächsten Generation – sowie landesweite einsatzkritische Netzwerke für Behörden der öffentlichen Sicherheit.
Der Markt für Mission Critical Communications wächst. Er umfasst Flugverkehr, Schienenverkehr und Sicherheitsbehörden – Bereiche mit extrem hohen Anforderungen an Zuverlässigkeit. Frequentis profitiert hier von langjähriger Expertise und spezialisierten Lösungen.
Mit der Mehrheitsbeteiligung an Nemergent und der vertieften Lyfo-Partnerschaft sichert sich der Konzern direkten Einfluss auf Schlüsseltechnologien. Die Aktie wird in Wien und Frankfurt gehandelt. Ob der Schritt die Marktposition nachhaltig stärkt, wird sich an den kommenden Großprojekten zeigen – etwa wenn die ersten FRMCS-Ausschreibungen europäischer Bahnen starten.
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