Fortive hat am Mittwoch Zahlen vorgelegt, die den Vorstand offenbar selbst überzeugt haben: Der Messtechnik- und Software-Konzern hebt seine Gewinnprognose für das laufende Jahr an — nur ein Quartal, nachdem er sie zuletzt bestätigt hatte. Der Grund liegt in einer Kombination aus beschleunigtem Wachstum und einem aggressiven Rückkaufprogramm, das die Gewinne je Aktie kräftig nach oben drückt.
Umsatz wächst, Marge zieht an
Im zweiten Quartal setzte Fortive 1,097 Milliarden Dollar um, ein Plus von 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1,016 Milliarden Dollar. Auf vergleichbarer Basis, also ohne Akquisitionseffekte, lag das Wachstum bei 6,7 Prozent — nach eigenen Angaben eine Beschleunigung gegenüber den Vorquartalen. Die bereinigte EBITDA-Marge kletterte auf 29,5 Prozent, das bereinigte Ergebnis je Aktie stieg um 28,5 Prozent auf 0,74 Dollar.
Beim GAAP-Ergebnis zeigt sich ein interessantes Bild: Der Nettogewinn sank leicht auf 157,3 Millionen Dollar, verglichen mit 166,6 Millionen Dollar im Vorjahresquartal. Der Gewinn je Aktie legte trotzdem zu, von 0,49 auf 0,51 Dollar. Der Grund dafür liegt in der spürbar gesunkenen Aktienzahl im Umlauf.
Milliardenschwere Rückkäufe treiben EPS
Fortive hat allein im zweiten Quartal für rund 200 Millionen Dollar eigene Aktien zurückgekauft. Über die vergangenen vier Quartale summiert sich das Rückkaufvolumen auf etwa zwei Milliarden Dollar — das entspricht rund elf Prozent der ausstehenden Aktien. CEO Olumide Soroye bezeichnete das Kapitalmanagement als einen von drei Pfeilern der laufenden „Fortive Accelerated“-Strategie, ein Jahr nach dem Umbau des Konzerns.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Management nun mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie zwischen 2,95 und 3,05 Dollar, nach zuvor 2,90 bis 3,00 Dollar. Im vorbörslichen US-Handel reagierte die Aktie mit einem Plus von gut zwei Prozent auf rund 65,50 Dollar.
Die operative Cashflow-Entwicklung stützt das Bild einer soliden Kapitalbasis: Über die vergangenen zwölf Monate erwirtschaftete Fortive einen freien Cashflow von 1,044 Milliarden Dollar. Damit bleibt genug Spielraum, um sowohl Rückkäufe als auch weiteres organisches Wachstum zu finanzieren — ohne dass die Bilanzqualität darunter leiden müsste.
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