Es war wohl ein kurzes Gespräch. Ford und der chinesische Autobauer Geely haben laut Wall Street Journal sondiert, ob man die laufenden Verhandlungen über ein europäisches Joint Venture auch auf die USA ausweiten könnte. Das Ergebnis: Ford ist raus. Zu politisch heikel, so die Begründung.
Der Plan war eigentlich clever
Die Idee hatte durchaus Charme. Ford hätte Geelys Technologie in den USA lizenzieren können, um an fortschrittlichere Automobiltechnik zu kommen, ohne direkt gegen das US-Verbot für chinesische Tech zu verstoßen. Geely wiederum hätte einen Fuß in den amerikanischen Markt bekommen, ohne ein eigenes Fahrzeug dort verkaufen zu müssen. Beide Seiten hätten gewonnen, zumindest auf dem Papier.
Dass Ford nun trotzdem abgesprungen ist, sagt mehr über das politische Klima in Washington als über die Qualität der Technologie.
Farley lobt den Feind
Denn Ford-Chef Jim Farley hat zuletzt selbst eingeräumt, was die Zahlen längst zeigen: Chinesische Autos sind billiger, besser gebaut und technologisch überlegen. „Fertigung ist das Herz und die Seele unseres Landes, und dieses durch Importe zu verlieren wäre verheerend“, sagte Farley noch in dieser Woche. Ein Satz, der klingt wie eine Warnung, aber auch wie ein Geständnis.
Wer zugibt, dass der Wettbewerber billiger, besser und technisch weiter ist, und gleichzeitig Gespräche über Technologiezugang abbricht, weil es politisch zu heikel ist, der hat ein Problem. Kein Geely-Problem. Ein Ford-Problem.
Europa bleibt die Hintertür
Die Gespräche über ein europäisches Joint Venture laufen demnach weiter. Europa ist politisch entspannter, der Markt schwierig, und Geely ist dort mit Marken wie Volvo und Polestar längst kein Unbekannter mehr. Ob Ford dort tatsächlich zum Abschluss kommt, steht auf einem anderen Blatt.
In den USA jedenfalls bleibt Ford vorerst unter sich. Und kämpft mit Technologie, die der Konkurrenz nach eigener Aussage des Chefs unterlegen ist. Verheerend wäre das falsche Wort dafür. Aber bequem ist es nicht.
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