Fluence Energy Aktie: Umsatzprognose 2026 um 400 Millionen gesenkt

Fluence Energy verfehlt Erwartungen und senkt Jahresziele. Logistikprobleme belasten, doch Rekordaufträge und KI-Nachfrage stützen die langfristigen Aussichten.

Auf einen Blick:
  • Umsatz- und Gewinnprognose deutlich gesenkt
  • Rekordauftragsbestand von 6,4 Milliarden Dollar
  • Starkes Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft
  • Analysten uneins über zukünftige Entwicklung

Der US-Energiespeicherspezialist Fluence Energy sieht sich aktuell mit erheblichen operativen Hürden konfrontiert. Während die Nachfrage nach Speicherlösungen, getrieben durch den weltweiten KI-Boom und den Ausbau erneuerbarer Energien, ungebrochen hoch bleibt, bremsen logistische Probleme und Verzögerungen beim Aufbau neuer Fertigungskapazitäten das Wachstum aus. An der Börse reagierten Anleger zuletzt skeptisch auf die neuen Entwicklungen. Die Aktie beendete den Handel am Freitag bei 11,42 € und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Wertverlust von 33,02 %. Damit notiert das Papier aktuell rund 59,65 % unter seinem 52-Wochen-Hoch.

Enttäuschende Quartalszahlen und gesenkte Prognose

Am Mittwoch legte Fluence Energy die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal vor, die deutlich hinter den Erwartungen des Marktes zurückblieben. Das Unternehmen meldete einen Umsatz von 649,8 Millionen US-Dollar. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Wert von rund 806,2 Millionen US-Dollar gerechnet. Auch auf der Ergebnisseite enttäuschte der Konzern: Statt des erwarteten Gewinns von 0,02 US-Dollar je Aktie wies das Unternehmen einen bereinigten Verlust von 0,24 US-Dollar je Aktie aus.

Die Konsequenz aus dem schwächer als erwartet verlaufenen Quartal ist eine Anpassung der Ziele für das Gesamtjahr 2026. Fluence Energy senkte die Umsatzprognose auf eine Spanne von 2,9 Milliarden bis 3,1 Milliarden US-Dollar. Zuvor war das Management noch von Erlösen zwischen 3,2 Milliarden und 3,6 Milliarden US-Dollar ausgegangen. Als Hauptgrund für diese Korrektur nannte das Unternehmen Produktionsverzögerungen in neuen Vertragsfertigungsstätten, sowohl in den USA als auch an internationalen Standorten.

Zusätzlich geriet die Profitabilität unter Druck. Die bereinigte Bruttomarge sank im Berichtsquartal, das am 30. Juni endete, auf 5,9 %. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser Wert noch bei 15,4 % gelegen. Belastet wurde die Marge vor allem durch Vorabkosten im Zusammenhang mit einer langfristigen internationalen Liefervereinbarung für Batteriezellen.

Rekordaufträge und Fokus auf Rechenzentren

Trotz der kurzfristigen operativen Schwierigkeiten verweist Fluence Energy auf eine weiterhin starke Marktposition. Der Auftragsbestand erreichte zum Stichtag am 30. Juni einen Rekordwert von 6,4 Milliarden US-Dollar. Allein im abgelaufenen Quartal sicherte sich das Unternehmen neue Aufträge im Volumen von 1,44 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht nahezu einer Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreswert von 508,8 Millionen US-Dollar.

Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist das Geschäft mit Betreibern von Rechenzentren. Bis Juli 2026 konnte Fluence Energy in diesem Segment Aufträge im Wert von rund 850 Millionen US-Dollar verbuchen. Darin enthalten ist ein Großauftrag eines nicht namentlich genannten Hyperscale-Kunden im Umfang von 550 Millionen US-Dollar. Zudem meldete das Unternehmen den ersten großen Auftrag im Bereich der „Behind-the-Meter“-Lösungen, die direkt am Standort des Energieverbrauchers installiert werden. Technologisch konnte Fluence ebenfalls einen Fortschritt verzeichnen: Das Energiespeicherprodukt „Smartstack“ nahm im aktuellen Berichtszeitraum erstmals den kommerziellen Betrieb auf.

Analysten bewerten Zukunftsaussichten neu

Die Reaktionen aus dem Analystenlager auf die revidierte Prognose fielen geteilt aus. Gestern senkte Morgan Stanley das Kursziel für die Aktie von 16,00 auf 15,00 US-Dollar, behielt jedoch die Einstufung „Equalweight“ bei. Die Experten begründeten den Schritt mit der gesenkten Guidance und der Erwartung, dass sich die Bruttomargen bis zum Jahr 2028 langsamer erholen könnten als bisher angenommen.

Im Gegensatz dazu halten die Analysten von Goldman Sachs an ihrer optimistischen Einschätzung fest. In einer Analyse vom Donnerstag bestätigte das Haus die Kaufempfehlung („Buy“) mit einem Kursziel von 22,00 US-Dollar. Trotz des Umsatzfehlbetrags von 90 Millionen US-Dollar, der auf Logistikprobleme zurückzuführen sei, bewerten die Experten die langfristigen Aussichten positiv.

Zusätzliche Volatilität brachten Medienberichten zufolge Spekulationen über eine mögliche Übernahme der AES Corporation durch BlackRock in den Markt. Da AES rund 10 % der Anteile an Fluence Energy hält, strahlten diese Gerüchte zeitweise auf den Aktienkurs aus. Für Klarheit über die weitere strategische Ausrichtung könnte am kommenden Mittwoch eine Sitzung des Aufsichtsrats sorgen, bei der die jüngsten Quartalsergebnisse und die Prognoseanpassung detailliert aufgearbeitet werden sollen.

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