Der US-Energiespeicher-Spezialist Fluence Energy steht an den Märkten unter Druck, nachdem mehrere Analystenhäuser ihre Erwartungen deutlich nach unten korrigiert haben. An den Handelsplätzen notiert die Aktie am heutigen Montag bei 11,56 Euro. Das Unternehmen kämpft derzeit mit operativen Hürden, die das Vertrauen der Investoren belasten. Seit Jahresbeginn hat das Papier bereits 32 Prozent an Wert verloren.
Lieferverzögerungen belasten das Geschäftsjahr 2026
Gestern reagierten führende Analysehäuser auf die jüngsten Entwicklungen bei dem Anbieter von Energiespeichersystemen. Citigroup senkte das Kursziel für die Aktie von 24,00 auf 20,00 US-Dollar, während Morgan Stanley die Erwartungen auf 15,00 US-Dollar reduzierte. Diese Anpassungen sind eine direkte Folge gesenkter Prognosen für das laufende Geschäftsjahr, die das Management aufgrund von Produktionsproblemen vornehmen musste.
Das Unternehmen sieht sich mit Projektverzögerungen in einer Größenordnung von etwa 400 Millionen US-Dollar konfrontiert. Als Grund hierfür nannte Fluence Schwierigkeiten an neuen Fertigungsstandorten in Houston sowie in internationalen Werken.
Infolgedessen wurde die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2026 auf eine Spanne von 2,9 Milliarden bis 3,1 Milliarden US-Dollar zurückgenommen. Zuvor war das Management noch von Erlösen zwischen 3,2 Milliarden und 3,6 Milliarden US-Dollar ausgegangen.
Operative Neuausrichtung und strategische Expansion
Die finanziellen Auswirkungen der Lieferengpässe zeigen sich auch beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA). Ursprünglich hatte Fluence hier einen Gewinn von bis zu 60 Millionen US-Dollar angepeilt. Die neue Prognose sieht nun jedoch eine Spanne zwischen minus 30 Millionen und plus 10 Millionen US-Dollar vor.
Um die Transformation der Lieferkette und der Fertigungsprozesse zu beschleunigen, ernannte das Unternehmen am vergangenen Donnerstag Roman Loosen zum Verantwortlichen für diesen Bereich.
Parallel zur operativen Umstrukturierung treibt Fluence die technologische Entwicklung voran. Ebenfalls am vergangenen Donnerstag wurde die Markteinführung des Systems Smartstack 10 bekannt gegeben. Diese modulare Speicherlösung steigert die Energiedichte pro Einheit von zuvor 7,5 auf nun 10 Megawattstunden.
Zudem wurde gemeinsam mit dem Partner LEAG Clean Power der Baustart für die 400 MWh Heinersbrück GridBattery in Deutschland vollzogen, die im Jahr 2027 fertiggestellt werden soll.
Rekord-Auftragsbestand im Bereich der Rechenzentren
Trotz der aktuellen Herausforderungen verzeichnet Fluence eine weiterhin robuste Nachfrage. Zum 30. Juni meldete das Unternehmen einen Rekord-Auftragsbestand von 6,4 Milliarden US-Dollar. Allein im dritten Quartal des Geschäftsjahres konnte ein Auftragseingang von 1,44 Milliarden US-Dollar verbucht werden.
Ein wesentlicher Wachstumstreiber ist das Geschäft mit Rechenzentren, in dem sich das Unternehmen bis Ende Juli Aufträge und Zusagen im Gesamtwert von 850 Millionen US-Dollar sichern konnte.
Die Aktie notiert aktuell rund 23 Prozent unter ihrem gleitenden 50-Tage-Durchschnitt. Investoren blicken nun auf den 23. November, wenn Fluence die vollständigen Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 vorlegen wird. Bis dahin wird der Fokus des Marktes vor allem darauf liegen, ob die neue Führung in der Produktion die Lieferfähigkeit stabilisieren und die hohen Auftragsbestände effizient abarbeiten kann.
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