Ein Quartalsbericht kann selten überzeugen, ohne dass irgendwo ein Haken auftaucht. Bei FLSmidth ist es diesmal das Betriebskapital – der Rest der Zahlen liest sich für die Aktionäre wie ein Wunschkonzert.
Der dänische Bergbauzulieferer legte heute seinen Zwischenbericht für das zweite Quartal 2026 vor und übertraf die Erwartungen des Marktes deutlich. Der Auftragseingang kletterte organisch um 13 bis 14 Prozent auf rund 4,0 Milliarden dänische Kronen, der Umsatz wuchs um 16 Prozent auf 3,9 Milliarden Kronen.
Besonders die bereinigte EBITA-Marge von 17,3 Prozent stach heraus – ein Plus von 2,1 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahresquartal und deutlich über den Analystenschätzungen. Die Aktie reagierte mit Kursgewinnen im hohen einstelligen Prozentbereich.
Alle drei Segmente ziehen mit
Besonders bemerkenswert: Das Wachstum verteilte sich diesmal auf die gesamte Unternehmensbreite. Das Service-Geschäft lieferte mit einer Marge von 20,7 Prozent solide Ergebnisse und kehrte damit in die langfristige Zielspanne von gut 20 Prozent zurück. Die Sparte Pumps, Cyclones & Valves gewann weiter Marktanteile, vor allem im amerikanischen Ersatzteilgeschäft, und hielt ihre Marge bei stabilen 23,3 Prozent.
Der eigentliche Wendepunkt zeigt sich jedoch im Produktgeschäft. Nach Jahren der Restrukturierung schrieb die Sparte erstmals seit Langem wieder schwarze Zahlen – die EBITA-Marge drehte von minus 8,2 Prozent im Vorjahr auf plus 1,9 Prozent. CEO Toni Laaksonen bezeichnete dies als bemerkenswerte Leistung im Vergleich zu den vergangenen Jahren.
Working Capital bremst den Cashflow
Der Erfolgsgeschichte steht ein Belastungsposten gegenüber: Das Nettoumlaufvermögen stieg auf 3,6 Milliarden Kronen, entsprechend 24,4 Prozent des Zwölf-Monats-Umsatzes – nach nur 12,0 Prozent im Vorjahresquartal. Der operative Cashflow rutschte dadurch ins Minus, mit einem Fehlbetrag von 84 Millionen Kronen. Management räumte ein, dass eine spürbare Entlastung noch bis ins Jahr 2027 auf sich warten lassen könnte.
Finanzchef Roland M. Andersen betonte dennoch, das Unternehmen verfüge mit einer Nettoverschuldung von lediglich dem 0,6-Fachen des EBITDA über reichlich Spielraum für Zukäufe – deutlich unter dem selbstgesteckten Ziel von 2,0. Das laufende Aktienrückkaufprogramm über bis zu einer Milliarde Kronen war zum gestrigen Stand bereits zu rund 41 Prozent umgesetzt.
Guidance angehoben
Auf Basis der starken Halbjahreszahlen hob FLSmidth seine Jahresprognose an und engte sie zugleich ein. Die bereinigte EBITA-Marge soll nun zwischen 16,0 und 16,5 Prozent liegen, das organische Umsatzwachstum zwischen 0 und 4 Prozent – beide Bandbreiten liegen über den bisherigen Zielen.
Die Produktsparte bleibt mit einem erwarteten Rückgang von 5 bis 15 Prozent vorsichtig kalkuliert, während für Service und PC&V höhere Wachstumsraten angesetzt wurden.
Für den 17. November 2026 hat FLSmidth institutionelle Investoren, Analysten und Finanzmedien zu einem Capital Markets Day nach Kopenhagen eingeladen. Dort will die Führung um Laaksonen Strategie, operative Entwicklung und Finanzausblick im Detail erläutern – Anmeldeschluss ist der 16. Oktober 2026.
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