Fiserv hat in Kanada einen wichtigen Partner für eine neue Zahlungsplattform gewonnen – und damit nach zuletzt spürbarem Gegenwind kurzzeitig für Auftrieb gesorgt. Denn erst in den Tagen zuvor hatten mehrere Analysten ihre Kursziele gesenkt. Wie viel Substanz steckt hinter dem Deal, wenn die Aktie gleichzeitig mit schwächerer Perspektive für 2026 kämpft?
Partnerschaft mit Peoples Group
Peoples Group kündigte am Mittwoch eine strategische Kooperation mit Fiserv an. Gemeinsam wollen beide eine „Next-Generation“-Zahlungslösung für Kanada aufbauen. An der Börse kam das zunächst gut an: Die Aktie legte zur Wochenmitte um 3,59% auf 61,25 US-Dollar zu.
Kern des Vorhabens ist eine Infrastruktur für Echtzeitzahlungen („Instant Payments“) mit durchgehend verfügbarer Plattform („always-on“) und erweiterten Datenstandards nach ISO 20022. Über direkte Anbindungen an zentrale Zahlungssysteme in Kanada sollen Prozesse stärker automatisiert und digitale Kundenerlebnisse verbessert werden. Technisch basiert das laut Mitteilung auf Fiservs Zahlungstechnologien sowie der DNA®-Core-Plattform, die in einer Public-Cloud-Umgebung betrieben wird. Ziel ist auch die Vorbereitung auf den geplanten Real-Time-Rail-Start von Payments Canada.
Fiserv baut damit seinen Kanada-Fokus aus: 2024 übernahm das Unternehmen den Fintech-Anbieter Payfare aus Toronto. 2025 folgte eine mehrjährige Partnerschaft mit Kanadas zweitgrößter Bank.
Fiserv Aktie Chart
Aktie weiter unter Druck
Trotz der positiven Nachricht bleibt das größere Bild angespannt. Nach einem Allzeithoch von 238,59 US-Dollar vor rund einem Jahr ist der Kurs laut Artikel um etwa 75% gefallen und notiert inzwischen unter 60 US-Dollar. Ein großer Teil der Abwärtsbewegung fiel demnach an einem einzigen Tag nach sehr schwachen Q3-2025-Zahlen an.
Für Q4 2025 meldete Fiserv ein bereinigtes Ergebnis je Aktie (Adjusted EPS) von 1,99 US-Dollar bei 4,9 Mrd. US-Dollar Umsatz. Damit lag der Gewinn leicht über den Erwartungen (1,90 US-Dollar), der Umsatz traf die Schätzung praktisch. Das GAAP-Umsatzwachstum lag bei 1% im Quartal und 4% im Gesamtjahr. Gleichzeitig sank das bereinigte EPS um 21% im Quartal und um 2% im Gesamtjahr.
Für das Gesamtjahr 2025 werden 21,19 Mrd. US-Dollar Umsatz (+3,60%) und 3,48 Mrd. US-Dollar Gewinn (+11,15%) genannt. Zudem verweist der Artikel auf einen Free Cashflow von rund 4,4 Mrd. US-Dollar im Geschäftsjahr 2025.
Gedämpfter Ausblick, Analysten und Aktivist
Für 2026 stellt Fiserv ein organisches Umsatzwachstum von 1% bis 3% sowie ein Adjusted EPS von 8,00 bis 8,30 US-Dollar in Aussicht. Das liegt unter dem berichteten Wert von 8,64 US-Dollar für 2025.
In dieses Bild passen die jüngsten Analysten-Anpassungen: B. Riley senkte das Kursziel von 72 auf 69 US-Dollar und blieb bei „Neutral“. Als Begründung wird die Erwartung mehrerer Quartale mit rückläufigem EPS im Jahresvergleich genannt. UBS reduzierte sein Ziel auf 70 US-Dollar, Citigroup auf 68 US-Dollar (beide ebenfalls „Neutral“, jeweils am 11. Februar).
Zusätzliche Aufmerksamkeit bringt ein Aktivist: Laut Wall Street Journal ist Jana Partners eingestiegen und wirbt für Änderungen, um die schwache Kursentwicklung zu verbessern. Dem Bericht zufolge gab es dazu vertrauliche Gespräche mit Fiserv. Jana unterstütze außerdem die Bemühungen von CEO Mike Lyons, die Umsetzung zu verbessern und den Verwaltungsrat zu erneuern, und dränge auf einen stärkeren Fokus auf das Kerngeschäft im Core-Banking.
Fiserv wiederum verweist auf den im Oktober 2025 gestarteten „One Fiserv“-Plan, der Kundenservice, wertschöpfende Technologielösungen und Innovation in den Mittelpunkt stellt. Q4 2025 sei das erste volle Quartal der Umsetzung gewesen. Im Artikel heißt es außerdem, man arbeite an mehr KI-Einsatz im Geschäft.
Der nächste konkrete Prüfstein folgt am 28. April: Dann legt Fiserv die nächsten Quartalszahlen vor, und der Markt dürfte vor allem darauf schauen, ob der Umbauplan operativ messbar vorankommt.
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