Aktivistische Anteilseigner verstärken den Ton beim US-Finanzdienstleister Fiserv. Der Investor Jana Partners drängt das Management zu einer deutlichen Verschärfung des bestehenden Sparkurses.
Statt der bislang veranschlagten Kostensenkungen von 500 Millionen $ fordert der Investor bis zum Jahr 2029 Einsparungen in Höhe von 1,25 Milliarden $. Flankiert werden soll dieser Umbau nach den Vorstellungen des Investors durch den Einsatz von Palantir-Software im Zuge der technologischen Transformation.
Die Forderungen treffen auf ein ohnehin schwieriges Marktumfeld für das Papier. Am Montag markierte der Titel laut Reuters den tiefsten Schlusskurs seit dem 23. September. Im heutigen Handel steht der Kurs bei 39,85 €, womit er sich nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 39,60 € behauptet. Seit dem Jahresanfang summieren sich die Kursverluste auf 30 %.
Skepsis bei den Gewinnerwartungen
Parallel zum Druck der Investorenseite zeigten sich auch Research-Häuser zurückhaltender. Die Experten von B. Riley Securities senkten am Montag ihr Kursziel für Fiserv von zuvor 66 $ auf 51 $ und bestätigten ihre Einstufung mit „Neutral“.
Als Begründung führten die Analysten den beschwerlichen Weg zurück zu einem zweistelligen Wachstum beim Gewinn je Aktie an. Zudem belasten Vergleichseffekte sowie strategische Investitionsausgaben die Entwicklung in der ersten Jahreshälfte 2026.
Eine abweichende Perspektive hatte in der Vorwoche Jason Kupferberg von Wells Fargo eingenommen. Der Analyst hob sein Kursziel am 24. September von 43 $ auf 62 $ an, behielt die Einstufung für die Aktie jedoch unverändert auf „Hold“.
Wechsel in der Führungsebene
Zu den strategischen Herausforderungen kommt ein Umbau in der Führungsetage. Fiserv hatte Mitte des Monats den Rücktritt von Adam L. Rosman bekanntgegeben, der seine Aufgaben als Chief Administrative Officer und Chief Legal Officer mit Wirkung zum heutigen Tag niederlegt.
Die Nachfolge im juristischen Spitzenamt ist bereits geregelt. Am morgigen Donnerstag übernimmt Eric C. Nelson die Funktion des Chief Legal Officer. Nelson fungierte bislang als General Counsel und Secretary des Konzerns. Durch die interne Besetzung soll die Kontinuität in der rechtlichen Leitung gewahrt bleiben, während das Unternehmen gleichzeitig mit den Forderungen nach einer beschleunigten Kostenoptimierung konfrontiert ist.
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