Das Analysehaus Piper Sandler hat das Kursziel für den US-Solarkonzern First Solar heute von 260 auf 251 US-Dollar gesenkt. Die Einstufung beließ die zuständige Analystin Dimple Gosai auf „Overweight“. Verzögerungen auf der Kundenseite wertet die Expertin nicht als Stornierungen, sondern lediglich als zeitliche Verschiebungen von Aufträgen.
Im deutschen Handel notiert die Aktie heute bei 156,60 Euro. Seit Beginn des Jahres verzeichnet das Papier damit einen deutlichen Rückgang von 32 Prozent.
Branchenausblick und Verschiebungen bei Aufträgen
Nach Einschätzung von Piper Sandler dürfte der Zubau im Solarsektor im Jahr 2028 seinen Höhepunkt erreichen. Diese Prognose weicht von den Erwartungen des Branchenverbands SEIA ab, der von einem stabilen Ausbau bis 2031 ausgeht. Für das zweite Quartal bezifferte das Analysehaus das Volumen der Abnahmeverträge auf 4,9 Gigawatt, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Strukturell gelten die heimische Fertigung in den USA und die damit verbundenen Produktionsvorteile weiterhin als tragende Säulen für das Unternehmen. Neben dem allgemeinen Zinsumfeld behalten Marktbeobachter jedoch auch mögliche politische Anpassungen bei den Steuergutschriften im Rahmen des Inflation Reduction Act im Blick.
Zinsdruck und hohe Lagerbestände im US-Markt
Zuletzt geriet das Branchenumfeld spürbar unter Druck, da steigende Renditen für langfristige US-Staatsanleihen die Finanzierungskosten für Solarprojekte in die Höhe trieben. Parallel dazu passte das Analysehaus KeyBanc seine Einstufung am Montag auf „Sector Weight“ an. Das Institut verwies dabei auf mittelfristige Risiken durch hohe US-Lagerbestände und schleppende Projektstarts, die für anhaltenden Preisdruck sorgen.
First Solar selbst hielt ungeachtet dieser Marktbedingungen an seiner Jahresprognose fest. Um die Produktionskapazitäten weiter zu stärken, treibt das Unternehmen zudem den Bau eines Werks zur Modul-Fertigstellung im US-Bundesstaat South Carolina voran.
Operative Entwicklung und Ausblick
Im jüngsten gemeldeten Quartal verzeichnete das Unternehmen solide Zahlen. First Solar erwirtschaftete einen Gewinn je Aktie von 3,92 US-Dollar, während die durchschnittlichen Erwartungen bei 2,90 US-Dollar gelegen hatten. Der Umsatz belief sich auf 1,06 Milliarden US-Dollar.
Am Markt überwiegt trotz der jüngsten Kursschwäche eine abwartend optimistische Haltung: Insgesamt 37 Analysten stufen den Titel im Konsens mit „Moderate Buy“ ein. Mit einem Abstand von 4,1 Prozent zum 52-Wochen-Tief notiert das Papier derzeit knapp oberhalb seines tiefsten Niveaus der vergangenen zwölf Monate.
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