Der Solarkonzern First Solar steht an den Finanzmärkten unter spürbarem Druck. Nach einer schwachen Handelsphase beendete das Papier die Sitzung am Freitag bei 155,20 €. Seit dem Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf 32 Prozent.
Neben gestiegenen Finanzierungskosten belasten vor allem Warnungen vor Überkapazitäten und verzögerten Großprojekten das Sentiment. Für Anleger rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie widerstandsfähig die Preissetzungsmacht des Unternehmens im US-Heimatmarkt bleibt.
Analysten warnen vor Margenrisiken
Einen wesentlichen Grund für die wachsende Skepsis sehen Marktbeobachter in der US-Marktentwicklung. Am 28. September stuften die Analysten Sophie Karp und Michael Pelletier von KeyBanc Capital Markets die Aktie von Underweight auf Sector Weight herauf.
Diese Entscheidung basierte laut den Experten rein auf dem gesunkenen Bewertungsniveau und stellte keine Verbesserung des fundamentalen Ausblicks dar. Die Analysten warnten vielmehr davor, dass hohe Lagerbestände in den USA und schleppende Projektstarts den Markt belasten. Aus diesen Faktoren könnte mittelfristig ein stagnierendes oder sogar rückläufiges Preisniveau für First Solar resultieren.
Die veränderten Vorzeichen schlagen sich auch in den Modellen weiterer Branchenbeobachter nieder. Am Mittwoch senkte Piper Sandler das Kursziel für First Solar von 260 $ auf 251 $, behielt die Einstufung mit Overweight jedoch bei.
Zuvor hatten am 22. September bereits andere Analysehäuser ihre Kursziele nach unten angepasst, hielten aber an ihren positiven Grundsatzurteilen fest. Der Marktkonsens signalisiert damit zwar weiterhin Vertrauen in die langfristige Aufstellung, korrigiert die Erwartungen jedoch schrittweise nach unten.
Zinslast und juristische Auseinandersetzungen
Die Belastungsfaktoren hatten sich bereits Tage zuvor bemerkbar gemacht. Am 24. September verzeichnete der Titel deutliche Abgaben, für die es Medienberichten zufolge keinen bestätigten unternehmensspezifischen Auslöser gab.
Marktteilnehmer verwiesen stattdessen auf gestiegene Renditen von US-Staatsanleihen, die das Kapital für Solarparks verteuern. Zugleich drückten eine nachlassende Visibilität bei neuen Buchungen und Unsicherheiten in der Handelspolitik auf die Stimmung.
Parallel zu den Marktturbulenzen forciert das Unternehmen den rechtlichen Schutz eigener Fertigungsprozesse. Vor gut drei Wochen richtete First Solar seine IP-Strategie neu aus. Am Donnerstag reichte der Konzern beim U.S. District Court for the District of Delaware eine Patentklage ein.
Die Klage richtet sich gegen JA Solar Technology, JA Solar International, JA Solar Vietnam, JA Solar Industrial sowie American Panel Solutions wegen der mutmaßlichen Verletzung eines Patents zur TOPCon-Fertigung. Am selben Handelstag markierte die Aktie mit 149,60 € ihr 52-Wochen-Tief.
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