First Solar Aktie: 70 Dollar Strompreis nach 4. Juli

First Solar profitiert von US-Handelszöllen und starkem Auftragsbestand, während eine Altlast aus Arizona droht.

Auf einen Blick:
  • Institutionelle Anleger stocken Anteile auf
  • Auftragsbestand bis 2030 gesichert
  • Umsatzplus von 24 Prozent im Quartal
  • Sammelklageverfahren aus Arizona läuft

First Solar notiert am Montag bei 199,40 Euro – nur ein minimales Plus von 0,20 Prozent. In den vergangenen 30 Tagen verlor die Aktie des US-Solarkonzerns jedoch knapp 18 Prozent und liegt rund 28 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 276,50 Euro. Der RSI von 38,3 deutet an, dass der Wert langsam in überverkaufte Territorien abrutscht.

Doch während der Markt schwächelt, stocken institutionelle Investoren auf. PFG Investments LLC erhöhte seinen Anteil im ersten Quartal 2026 um 124,9 Prozent auf 8.091 Aktien. Insgesamt halten Profi-Anleger 92,08 Prozent der Anteile – ein klares Zeichen für anhaltendes Vertrauen in den Dünnschicht-Spezialisten.

Handelsstreit treibt Preise

Die US-Solarbranche steht vor einem grundlegenden Wandel. Am 4. Juli lief die erste Frist für den Baubeginn von Projekten aus, die noch von bestimmten Steuererleichterungen aus dem Inflation Reduction Act profitieren wollten. Analysten rechnen damit, dass die Stromabnahmepreise von aktuell 40 bis 45 Dollar je Megawattstunde auf knapp 70 Dollar steigen könnten.

Parallel dazu verhängt das US-Handelsministerium vorläufige Anti-Dumping-Zölle auf chinesische Solarprodukte. Suntech und Trina Solar erhielten Sätze zwischen 2,9 und 4,73 Prozent. Gleichzeitig begrenzt der „One Big Beautiful Bill Act“ chinesische Beteiligungen an US-Solarprojekten auf unter 25 Prozent. Diese Gemengelage begünstigt First Solar, das unabhängig von chinesischen Silizium-Lieferketten produziert.

Solide Zahlen, laufende Klage

Im ersten Quartal 2026 meldete First Solar einen Umsatz von 1,04 Milliarden Dollar – ein Plus von 24 Prozent zum Vorjahr. Die Nettomarge lag bei 33 Prozent. Der Auftragsbestand ist mit 47,9 Gigawatt und rund 14,4 Milliarden Dollar bis 2030 gefüllt.

Eine Altlast bleibt: Ein Sammelklageverfahren aus Arizona beschäftigt das Unternehmen. Es geht um angebliche Wertpapierbetrugsvorwürfe aus den Jahren 2008 bis 2012. Die Frist zur Benennung eines Hauptklägers endet am 24. August 2026.

Analysten sehen First Solar mit „Moderate Buy“ und einem durchschnittlichen Kursziel von rund 231,50 Euro. Die Aktie notiert aktuell mit dem 14,5-fachen Gewinn – vergleichsweise moderat für einen Wachstumswert mit 63 Prozent annualisierter Volatilität.

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