First Solar hat einen harten Monat hinter sich. Fast 29 Prozent verlor die Aktie des Dünnschicht-Spezialisten seit Anfang Juni. Jetzt notiert sie bei 196,00 Euro – ein leichtes Plus von 0,62 Prozent, aber immer noch weit entfernt vom 52-Wochen-Hoch bei 276,50 Euro. Die Frage ist, ob das Tief erreicht ist.
Der RSI liegt bei 36,3 Punkten. Das ist nah an der Grenze zum überverkauften Bereich. Technisch gesehen ein Signal. Aber der Kurs allein treibt die Story nicht – es sind die Produktionspläne.
14 Gigawatt aus eigener Fabrik
First Solar baut massiv aus. Bis Ende 2026 will das Phoenix-Unternehmen eine Jahreskapazität von 14 Gigawatt allein in den USA erreichen. Die Alabama-Fabrik läuft hoch. Das Werk in Louisiana produzierte bereits Mitte 2025 vorzeitig – ein seltener Glücksfall in einer Branche, die oft mit Verzögerungen kämpft.
Weltweit peilt First Solar rund 25 Gigawatt an. Dafür investiert der Konzern 2026 zwischen 0,8 und 1,0 Milliarden Dollar. Das Geld fließt in neue Fertigungslinien und das CuRe-Programm – eine Technologie, die Kupfer in den Solarzellen ersetzt. Das Ziel: niedrigere Kosten, höhere Effizienz.
47,9 Gigawatt im Auftragsbuch
Der zweite Quartalsbericht kommt Ende Juli. Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von rund 2,85 Dollar. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr liegt zwischen 4,9 und 5,2 Milliarden Dollar.
Was First Solar von vielen Konkurrenten abhebt, ist der Auftragsbestand. 47,9 Gigawatt stehen unter Vertrag. Der Gesamtwert: 14,4 Milliarden Dollar. Damit ist der Umsatz bis 2030 weitgehend gesichert. Kein Wunder, dass über 20 Analysten die Aktie mit „Kaufen“ bewerten – trotz der Kursverluste.
Zum Vergleich: Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt beträgt nur noch 3,7 Prozent. Die Aktie könnte sich stabilisieren.
Kostenexplosion als Risiko
Die Herausforderung liegt in der Umsetzung. First Solar muss seine neuen Fabriken nicht nur rechtzeitig hochfahren – sondern auch kosteneffizient. Die Investitionen sind hoch, die Margen unter Druck. Hinzu kommen rechtliche Altlasten: Frühere Angaben zu Zoll-Strategien beschäftigen die Gerichte.
Die kommenden Monate zeigen, ob der Konzern seine Produktionsziele einhält. Gelingt das, könnte die Aktie zu alter Stärke zurückfinden. Das Fundament dafür steht mit dem Auftragsbuch. Der Rest ist Fabrikarbeit.
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