Der US-Solarkonzern First Solar hat am gestrigen Donnerstag mit seinen Ergebnissen für das zweite Quartal 2026 die Erwartungen am Markt übertroffen. Trotz eines leichten Rückgangs beim Umsatz gelang es dem Unternehmen, den Nettogewinn signifikant zu steigern. Anleger reagierten am heutigen Freitag mit deutlichen Käufen auf die vorgelegten Zahlen und den stabilen Ausblick für das Gesamtjahr.
Starke Quartalszahlen treiben Aktienkurs
Im zweiten Quartal 2026 erzielte First Solar einen Nettogewinn von 423 Millionen US-Dollar, was einem Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Pro verwässerter Aktie ergibt sich daraus ein Gewinn von 3,92 US-Dollar. Die Aktie von First Solar reagierte positiv auf diese Entwicklung und verzeichnet am heutigen Freitag einen Zuwachs von 7,26 Prozent. Damit notiert das Papier aktuell bei 229,00 Euro.
Die Umsatzerlöse beliefen sich im Berichtszeitraum auf 1,06 Milliarden US-Dollar, was einem leichten Rückgang von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dennoch konnte das Unternehmen beim bereinigten EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen) einen Wert von 644 Millionen US-Dollar ausweisen. Dies entspricht einer operativen Marge von rund 61 Prozent. Medienberichten zufolge verzeichnete First Solar zudem ein Rekordvolumen beim Absatz für das erste Halbjahr sowie das zweite Quartal.
Langfristige Auslastung durch Rekord-Auftragsbestand
Ein wesentlicher Pfeiler für die künftige Entwicklung bleibt der hohe Auftragsbestand. Laut Unternehmensangaben verfügt First Solar über einen vertraglich gesicherten Backlog von 45,1 Gigawatt, der teilweise bis in das Jahr 2030 hineinreicht. Diese langfristige Sichtbarkeit ermöglicht es dem Management, die Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2026 zu bestätigen. Demnach erwartet das Unternehmen ein Absatzvolumen zwischen 17,0 und 18,2 Gigawatt sowie einen Nettoumsatz in einer Spanne von 4,9 Milliarden bis 5,2 Milliarden US-Dollar.
Die Liquiditätssituation des Konzerns veränderte sich unterdessen durch laufende Investitionen. Der Bestand an Brutto- und Nettoliquidität sank von 2,4 Milliarden US-Dollar zum Jahresende 2025 auf nunmehr 1,7 Milliarden US-Dollar. Als Gründe nannte das Unternehmen den Bedarf an Betriebskapital sowie Investitionen in die neue Fertigungsanlage in South Carolina. Technisch zeigt die Aktie derzeit eine starke Dynamik: Mit dem heutigen Kursplus setzt sich das Papier weiter von kurzfristigen Trends ab und notiert nun etwa 8,83 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 210,42 Euro.
Analysten heben die Kursziele an
Die jüngsten operativen Fortschritte haben auch bei Analystenhäusern zu Neueinschätzungen geführt. Am 3. August reagierte Guggenheim auf die Entwicklung und bekräftigte die Kaufempfehlung für die Aktie. Das Kursziel wurde dabei leicht von 279 US-Dollar auf 282 US-Dollar angehoben. Ebenfalls am 3. August meldete sich die Citi zu Wort: Die dortigen Experten erhöhten ihr Kursziel von zuvor 294 US-Dollar auf nun 297 US-Dollar.
Überschattet wird die positive Geschäftsentwicklung jedoch teilweise von juristischen Auseinandersetzungen. Medienberichten zufolge sieht sich First Solar mit einer Sammelklage wegen mutmaßlicher Irreführung von Investoren konfrontiert. In der Klageschrift, die bereits am 21. Juli eingereicht wurde, wird dem Unternehmen vorgeworfen, seine Fähigkeit zur Abmilderung von Zolleinflüssen überbewertet zu haben. Konkret geht es um die Verlagerung von Kapazitäten aus Malaysia und Vietnam in die Vereinigten Staaten. Für die Ernennung eines Hauptklägers hat das Gericht eine Frist bis zum 24. August gesetzt. First Solar selbst hält trotz dieser Vorwürfe an seinem Expansionskurs fest.
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