Das operative Ergebnis von First Majestic Silver verzeichnet einen Anlauf wie selten zuvor: Der Produzent hat seinen Umsatz im ersten Quartal 2026 nahezu verdoppelt. Die Gewinnspanne pro Unze Silber stieg von 13 auf 52 Dollar. Kein Wunder, dass Anleger genau hinschauen.
Die Aktie notiert aktuell bei 15,82 Euro – ein Plus von 1,47 Prozent zum Vortag. In den vergangenen zwölf Monaten beträgt das Plus satte 118,58 Prozent.
Umsätze und Margen auf Rekordniveau
Der Produzent erlöste im ersten Quartal 477 Millionen Dollar. Das ist ein Sprung von 95 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Ermöglicht wurde dies durch einen durchschnittlichen Silberpreis von 86,35 Dollar je Unze.
Die operative Effizienz steigt ebenfalls. Der operative Cashflow erreichte 311 Millionen Dollar, der Free Cashflow 224 Millionen Dollar. Die Liquidität ist komfortabel: Zum Juli 2026 sitzt First Majestic auf rund 1,1 Milliarden Dollar in bar.
Silberknappheit als Chance
Das Unternehmen profitiert von einem strukturellen Missverhältnis am Silbermarkt. Die Industrienachfrage übersteigt das Angebot um rund 150 Millionen Unzen. First Majestic plant, diese Lücke zu nutzen – unter anderem durch die Wiederaufnahme der Produktion in Jerritt Canyon, frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027.
Auch die Dividendenstrategie wurde angepasst. First Majestic schüttet künftig zwei Prozent des operativen Cashflows aus. Das sind aktuell 0,0171 Dollar je Aktie, was einer Mini-Rendite von rund 0,2 Prozent entspricht. Analysten halten für 2028 Dividenden bis zu zehn Cent je Aktie für denkbar – vorausgesetzt, Produktion und Silberpreis halten das Niveau.
Technische Indikatoren: neutral, aber mit Risiken
Am Freitag stieg der Spotpreis für Silber um 3,8 Prozent auf 84,22 Dollar je Unze. Auslöser waren schwächere US-Arbeitsmarktdaten. Damit wachsen die Hoffnungen auf eine Zinssenkung noch in diesem Jahr.
Der 14-Tage-RSI von 51,2 signalisiert weder Überhitzung noch Unterkühlung. Die Aktie notiert unter ihren 50- und 100-Tage-Durchschnitten (16,59 und 18,28 Euro), liegt aber knapp über der 200-Tage-Linie von 16,09 Euro. Auffällig: Der Kurs liegt rund 45 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 28,79 Euro, das Anfang März erreicht wurde. Eine Erholung auf dieses Niveau wäre möglich – aber nicht ohne weiter steigende Silberpreise und konsistente Quartalszahlen.
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