Eine Woche voller Kontraste liegt hinter Firefly Aerospace. Auf den stärksten Kursanstieg seit dem Börsengang folgte ein schmerzhafter Rückschlag — ausgelöst durch eine Kapitalerhöhung, einen Konkurrenten-Unfall und aufgewühlte Sektorstimmung.
Kapitalerhöhung drückt den Kurs
Am 28. Mai preiste Firefly Aerospace eine umfangreiche Aktienplatzierung zu 48,00 US-Dollar je Anteilsschein. Insgesamt kamen vier Millionen neu ausgegebene Aktien auf den Markt, dazu acht Millionen Bestandsaktien von verkaufenden Altaktionären. Die Konsortialbanken Goldman Sachs, J.P. Morgan, Jefferies und Wells Fargo erhielten eine 30-Tage-Option auf bis zu 1,8 Millionen weitere Aktien. Der Abschluss der Transaktion ist für den 1. Juni vorgesehen.
Die Reaktion des Marktes war eindeutig. Am Freitag schloss die Aktie rund drei Prozent unterhalb des Ausgabepreises — ein klassisches Muster nach Großplatzierungen. Der Kurs liegt aktuell bei 39,65 Euro, ein Tagesverlust von gut sieben Prozent. Damit notiert das Papier rund 21 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 50,54 Euro, das erst wenige Tage zuvor markiert wurde.
NASA-Vertrag als Wochenhöhepunkt
Dabei hatte die Woche vielversprechend begonnen. Am 26. Mai schoss die Aktie um fast 19 Prozent nach oben, nachdem bekannt wurde, dass Firefly Aerospace im Rahmen eines NASA-Vertrags Drohnen für die Mondexploration liefern soll. Das Trägerfahrzeug heißt „Elytra“ und ist auf orbitale Dienstleistungen sowie den Transport von Nutzlasten zur Mondoberfläche ausgelegt.
Das Unternehmen hat sich damit einen festen Platz in der Mondlogistik gesichert. Bereits Ende 2025 hatte die FAA die Alpha-Rakete des Unternehmens für kommerzielle Starts zugelassen — ein regulatorischer Meilenstein, der den Börsengang im August 2025 zu einem Ausgabepreis von 45,00 US-Dollar begleitete.
Blue Origin belastet die gesamte Branche
Zum Wochenschluss kam ein externer Schock hinzu. Am 29. Mai explodierte eine New-Glenn-Rakete von Blue Origin bei einem Triebwerkstest in Cape Canaveral. Berichten zufolge wurde das Startpad erheblich beschädigt, was bevorstehende Missionen um mindestens sechs Monate verzögern könnte.
Firefly Aerospace ist am New-Glenn-Programm nicht beteiligt, litt aber unter der Stimmungseintrübung im gesamten Sektor. Andere Raumfahrtunternehmen wie AST SpaceMobile verzeichneten zweistellige Kursverluste. Hinzu kommt, dass der Markt den bevorstehenden SpaceX-Börsengang mit einer angestrebten Bewertung von 1,8 Billionen US-Dollar einpreist — ein Ereignis, das Kapital aus dem Sektor abzieht.
Jefferies hatte die Aktie zuletzt mit einem Kursziel von 60,00 US-Dollar zum Kauf empfohlen. Ob das Papier die Ausgabemarke von 45,00 US-Dollar als Unterstützung verteidigen kann, entscheidet sich bereits in der kommenden Woche — wenn die Abwicklung der Zwölf-Millionen-Aktien-Platzierung abgeschlossen wird.
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