Firefly Aerospace eilt von einem Meilenstein zum nächsten. Die Aktie legte in der ersten Juliwoche um fast 19 Prozent zu, angetrieben von zwei wegweisenden Entwicklungen.
Am Freitag schloss das Papier bei 26,30 Euro – ein Tagesplus von 4,08 Prozent. Alles andere als eine einfache Erholung: Der 30-Tage-Trend zeigt mit minus 23,35 Prozent noch tiefe Spuren eines turbulenten Quartals.
NASA vergibt 144-Millionen-Dollar-Auftrag
Der zentrale Kurstreiber ist ein neuer Auftrag der US-Raumfahrtbehörde. Die NASA vergab 144,2 Millionen Dollar an Firefly für eine Mission zum Mond.
Es ist bereits der sechste CLPS-Auftrag des Unternehmens. Firefly soll drei wissenschaftliche Nutzlasten auf die erdnahe Seite des Mondes bringen. Dazu gehören eine Stereokamera zur Untersuchung von Triebwerksabgasen, ein Laser-Reflektor-Array und ein Strahlungsspektrometer.
Der Start ist für Ende 2028 geplant. Das Unternehmen kündigte an, die Produktion seiner Verbund-Mondlandefähren hochzufahren – die Nachfrage nach Mondlogistik steigt.
Europa-Standort nimmt Form an
Parallel dazu treibt Firefly den Ausbau in Europa voran. Gemeinsam mit SSC Space schloss das Unternehmen wichtige Infrastrukturarbeiten am Esrange Space Center in Schweden ab.
Der neue Startkomplex 3C verfügt nun über ein fertiges Kontrollzentrum, eine Nutzlastanlage und ein Integrationsgebäude. Der erste orbitale Start der Trägerrakete Alpha vom schwedischen Gelände ist für 2028 vorgesehen. Die Alpha kann bis zu 1.000 Kilogramm in eine niedrige Erdumlaufbahn bringen.
Im April 2026 hatten die US-Luftfahrtbehörde FAA und die schwedische Raumfahrtbehörde eine Vereinbarung zur Lizenzierung unterzeichnet.
Technische Erholung mit Fragezeichen
Trotz der jüngsten Kursgewinne bleibt das Bild zwiespältig. Der Kurs liegt rund 17 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 31,80 Euro. Der RSI von 45,4 signalisiert weder Überkauftheit noch Überschuldung – die Aktie hat sich lediglich aus der überverkauften Zone befreit.
Von elf Analysten bewertet die Mehrheit die Aktie mit „Kaufen“. Die Kursziele streuen zwischen 32 und 50 Dollar. Einigen Grund für Optimismus lieferte das erste Quartal: Firefly steigerte die Umsätze um 44,8 Prozent im Jahresvergleich.
Hinzu kommen Erfolge aus dem Frühjahr. Im März absolvierte die Alpha-Rakete einen erfolgreichen Rückkehrflug von der Vandenberg Air Force Base. Firefly demonstrierte zudem erstmals den Einsatz der Nvidia-Jetson-KI-Plattform in der Mondumlaufbahn – ein Schritt für autonome Navigation bei künftigen Tiefseemissionen.
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