Finanzwerte durchleben ihre schwächste Jahresphase seit der Corona-Pandemie. Der S&P 500 Financials Index, der große US-Banken ebenso umfasst wie Unternehmen aus dem Bereich Private Credit, verlor seit Jahresbeginn 11 Prozent. Damit steuert der Index auf den größten Quartalsverlust seit Anfang 2020 zu. Einzelne Titel zeigen noch dramatischere Entwicklungen: Die Aktien von Ares Management und Blackstone büßten jeweils über 30 Prozent ein, Wells Fargo verlor 20 Prozent. Blue Owl Capital, nicht im Index enthalten, brach um mehr als 40 Prozent ein.
Die Bewertung des Sektors fiel auf den niedrigsten Stand seit 2023. Doch Schnäppchenjäger halten sich zurück, denn die Probleme erscheinen alles andere als gelöst. Neben Sorgen um die Qualität von Private-Credit-Portfolios belasten KI-bedingte Risiken bei hochverschuldeten Softwareunternehmen sowie ein kriegsgetriebener Ölpreisanstieg, der Inflationsängste neu entfacht hat.
Private Credit unter Druck durch Rückgabewellen
„Investoren versuchen herauszufinden, wann der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg ist, aber das ist angesichts der Schlagzeilen in der Branche und am Gesamtmarkt sehr schwierig“, erklärt Analyst Bill Katz von TD Cowen gegenüber Bloomberg. Die Verflechtung von Private Credit mit KI-bedingten Unsicherheiten bei Softwarefirmen und globalen Vermögensvehikeln schaffe eine negative Rückkopplungsschleife.
Besonders Private-Credit-Gesellschaften stehen im Fokus. Die Leerverkaufsquote bei Blue Owl erreichte vergangene Woche ein Allzeithoch. Bei Ares kletterten die Wetten auf fallende Kurse auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren. Gleichzeitig sehen sich die Fonds mit einer Welle von Rückgabeanträgen konfrontiert. Morgan Stanley und Cliffwater begrenzten kürzlich Rücknahmen aus ihren milliardenschweren Private-Credit-Fonds, nachdem BlackRock einen ähnlichen Schritt vollzogen hatte. Die Ausfallquote im Sektor stieg laut Fitch Ratings auf 5,8 Prozent in den zwölf Monaten bis Januar – der höchste Wert seit Beginn der Erfassung im August 2024.
Bankensektor spiegelt wirtschaftliche Unsicherheit wider
Der KBW Bank Index verlor ebenfalls über 10 Prozent seit Jahresbeginn und steuert auf das schlechteste Quartal seit der Regionalbankenkrise Anfang 2023 zu. Strategen von Bank of America warnen vor einem „perfekten Sturm“ aus schwächelndem Arbeitsmarkt, Inflationsdruck und Private-Credit-Problemen. „Es ist wichtig zu bedenken, dass wir im vergangenen Jahr ein relativ robustes wirtschaftliches Umfeld hatten“, gibt Michael O’Rourke von Jonestrading zu bedenken. „Wenn Ausfälle in einer starken Wirtschaftsphase auftreten, sollte man erwarten, dass sie sich bei einer Verlangsamung beschleunigen.“
Selbst hochrangige Branchenvertreter wie Jamie Dimon von JPMorgan Chase und der frühere Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein ziehen Vergleiche zur Zeit vor der globalen Finanzkrise. Analystin Wilma Burdis von Raymond James sieht trotz der Turbulenzen langfristig Potenzial: „Die Bewertungen sind extrem attraktiv, und viele Firmen dürften weiterhin zweistelliges Wachstum bei gebührenbezogenen Erträgen verzeichnen.“ Doch auch sie räumt ein, dass institutionelle Investoren zunächst Stabilität bei den Aktienkursen sehen müssen, bevor sie einsteigen. Wie schnell sich die Lage beruhigt, bleibt eine offene Frage in einem Umfeld, das von geopolitischen Spannungen bis zu technologischen Umbrüchen geprägt ist.
Blue Owl Capital-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Blue Owl Capital-Analyse vom 15. März liefert die Antwort:
Die neusten Blue Owl Capital-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Blue Owl Capital-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 15. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Blue Owl Capital: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
